IMMS GmbH aus Ilmenau auf der MEDICA 2017 in Düsseldorf -- COMPAMED Messe
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IMMS GmbH

Ehrenbergstr. 27, 98693 Ilmenau
Deutschland

Telefon +49 361 6632541
Fax +49 361 6632501
susette.germer@imms.de

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DiagnostikNet-BB Netzwerk Diagnostik Berlin-Brandenburg e.V.

Hallenplan

MEDICA 2017 Hallenplan (Halle 3): Stand G60

Geländeplan

MEDICA 2017 Geländeplan: Halle 3

Unser Angebot

Produktkategorien

  • 03  Diagnostika
  • 03.01  Klinische Chemie
  • 03.01.02  DNA Diagnose Kits
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  • 03.01.14  Schnelltests - klinische Chemie
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  • 03.01.14.01  Point of care - Testsysteme

Unsere Produkte

Produktkategorie: Point of care - Testsysteme, Schnelltests - klinische Chemie

Entwicklung mikroelektronischer Sensorsysteme für quantitative Point-of-Care-Tests

Verbindung von Mikroelektronik und Life Sciences …
Ihr biotechnologisches Know-how ist der Start in die gemeinsame Entwicklung kundenspezifischer mikroelektronischer Sensorsysteme für die quantitative Vor-Ort- und In-vitro-Diagnostik. Um individuell für Ihre Anforderungen die beste Lösung zu finden, nutzen wir unsere Kompetenzen und unsere über 20-jährige Erfahrung in der Entwicklung und Realisierung anwendungsspezifischer integrierter Schaltungen (ASICs) in Halbleitertechnologien. Unsere Mikroelektronik-basierten multiparametrischen Plattformen passen wir nach Ihren Vorgaben für Ihre Anwendungen an und greifen dabei auf Erfahrungen aus Entwicklungen für die personalisierte Diagnostik von Infektionen und für die Krebsfrüherkennung zurück.
 
… für die Entwicklung schneller, genauer und kosteneffizienter Diagnostik-Systeme
Grundlage unserer Arbeiten sind kostengünstige Standard-Fertigungsprozesse aus der Halbleiter-Elektronik (CMOS), die wir für die neuen Diagnostik-Systeme nutzen. Unsere Forschung konzentriert sich unter anderem darauf, verschiedene Detektionsprinzipien für biologische und chemische Größen in einem elektronischen Sensorelement zu integrieren, um umfangreiche und präzise Aussagen zu erhalten. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um die Systeme applikationsspezifisch anzupassen, beispielsweise durch spezielle Oberflächen-Funktionalisierung und biokompatible Materialien sowie Packaging-Lösungen. Damit soll es in Zukunft möglich sein, Point-of-Care-Tests schnell, zuverlässig, kosteneffizient und automatisiert durchzuführen.

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Produktkategorie: DNA Diagnose Kits, Lab-on-a-chip

Lab on a Chip: Mikroelektronik für die Entwicklung schneller, genauer und kosteneffizienter Systeme

Grundlage unserer Arbeiten sind kostengünstige Standard-Fertigungsprozesse aus der Halbleiter-Elektronik (CMOS), die wir für  neue Diagnostik-Systeme nutzen. Unsere Forschung konzentriert sich unter anderem darauf, verschiedene Detektionsprinzipien für biologische und chemische Größen in einem elektronischen Sensorelement zu integrieren, um umfangreiche und präzise Aussagen zu erhalten. Wir arbeiten eng mit unseren Partnern zusammen, um die Systeme applikationsspezifisch anzupassen, beispielsweise durch spezielle Oberflächen-Funktionalisierung und biokompatible Materialien sowie Packaging-Lösungen. Damit soll es in Zukunft z.B. möglich sein, Point-of-Care-Tests schnell, zuverlässig, kosteneffizient und automatisiert durchzuführen.

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13.11.2017

Batterieloser RFID-Sensor-Chip funkt Messdaten aus wässrigen Lösungen

IMMS zeigt Prototyp zur MEDICA, 13. – 16.11.2017, Halle 3, Stand G60

13.11.2017. Das IMMS präsentiert zur MEDICA vom 13. bis 16. November auf der Messe Düsseldorf den Prototyp eines passiven RFID-Mikroelektronik-Chips ohne eigene Stromversorgung. Dieser wird in wässrige Lösungen gegeben und misst dort Temperaturwerte, die von einer RFID-Ausleseeinheit erfasst und verarbeitet werden. Mit dem am IMMS entwickelten energieeffizienten Chip werden Messgrößen lediglich mit einer elektrischen Leistung von nur 3,5 Mikrowatt erfasst und digitalisiert. Damit könnte ein entsprechender Sensor aus einer Mignon-Batteriezelle mit einer typischen Kapazität von 1000 mAh mehr als zehn Jahre lang kontinuierlich betrieben werden. Eine Batterie ist dank dieser geringen Leistungsaufnahme jedoch überflüssig: Die RFID-Ausleseeinheit erzeugt ein elektromagnetisches Feld, das dazu ausreicht, den passiven RFID-Chip durch Behälter und Flüssigkeiten hindurch in Abständen von bis zu vier Zentimetern mit Strom zu versorgen sowie Messdaten zu erfassen und zu senden.

Die Entwicklung ist ein Ergebnis aus dem noch bis 2019 laufenden EU-Verbundprojekt ADMONT, in dem sich das IMMS mit dem Entwurf intelligenter in-vitro-diagnostischer und bioanalytischer Sensor- und Aktorsysteme befasst. Der RFID-Chip vereint hohe Genauigkeit, Energie- und Kosteneffizienz. Der neue digitale RFID-gekoppelte Temperatursensor kann in einem großen Bereich von –40 °C bis 125 °C mit einer systematischen absoluten Genauigkeit von +/–0,5 °C messen. Um die elektrische Leistung von nur 3,5 Mikrowatt zu erreichen, hat das IMMS Analog-Digital-Wandler eliminiert, die viel Energie benötigen. Stattdessen wurde eine zeitkodierte Signalverarbeitung implementiert. Dank dieser wird der Temperaturwert in ein Zeitsignal umgewandelt, das sich bei minimalem Energieverbrauch digital verarbeiten lässt. Das IMMS hat für minimale Kosten unter anderem etablierte CMOS-Technologien genutzt und eine Einzelchip-Lösung mit integrierten Sensoren und mit eingebetteter elektronischer Signalverarbeitung entwickelt. An diesen Chip muss daher bis auf die RFID-Antenne keine weitere Komponente angeschlossen werden.

Das zur MEDICA für Temperaturdaten vorgestellte Prinzip für batterielose RFID-Sensorik wird derzeit am IMMS auf weitere Messgrößen übertragen. Damit soll die Basis für vielfältige  Anwendungen in der Bioanalytik und darüber hinaus geschaffen werden.

Förderung:

Die Arbeiten im Verbundprojekt ADMONT werden als industrielle Forschung (Innovation Action) im ECSEL-Programm als Teil des Forschungsrahmenprogramms Horizont 2020 durch die Europäische Union und das Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Kennzeichen 661796 gefördert, das Teilvorhaben des IMMS „Entwurf intelligenter in-vitro-diagnostischer und bioanalytischer Sensor- und Aktorsysteme“ unter dem Kennzeichen 16ESE0057.


Über das IMMS

Das IMMS stellt als strategischer Partner kleinen und mittleren Unternehmen anwendungsorientierte Vorlaufforschung für die Entwicklung von Erzeugnissen der Mikroelektronik, Systemtechnik und Mechatronik zur Verfügung.
Das Institut entwickelt hochpräzise und energieeffiziente Gesamtlösungen für Medizintechnik und Life Science, Automatisierungs-, Umwelt- und Verkehrstechnik sowie die Halbleiterfertigung. Darüber hinaus liefert es Beiträge zu den branchenübergreifenden Basistechnologien Kommunikationstechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Mikro- und Nanotechnologien. Das IMMS verschafft seinen Partnern einen Vorsprung im Wettbewerb, indem es die Lücke zwischen wissenschaftlichem Forschungsergebnis und Produkt schließt, die nicht selten fünf bis zehn Jahre ausmacht. Das Institut schlägt so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Unter dem Leitgedanken „Wir verbinden die IT mit der realen Welt“ entwickelt und realisiert das IMMS Sensor- und Aktorsysteme, Signalverarbeitungs-, Steuerungs- und Regelungssysteme und übernimmt die Systemintegration sowie die Anbindung zur Informationsverarbeitung und Umgebung. Das Institut entwickelt und optimiert die einzelnen Systemkomponenten, Baugruppen und Schaltungen sowie die Kommunikation zwischen allen Systemelementen und zwischen System und Umwelt. In dem 1995 als An-Institut der TU Ilmenau gegründeten gemeinnützigen Unternehmen mit Hauptsitz in Ilmenau und Institutsteil in Erfurt arbeiten derzeit 80 Mitarbeiter. www.imms.de

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10.11.2017

IRIS®II – Bionisches System zur Behandlung von Blindheit: Mikroelektronik für ein Augenimplantat

IMMS präsentiert epi-retinales System von Pixium Vision zur MEDICA, 13. – 16.11.2017, Halle 3/G60

10.11.2017. Das IMMS zeigt zur MEDICA vom 13. bis 16. November auf der Messe Düsseldorf ein bionisches System zur Behandlung von Blindheit. Im epi-retinalen IRIS®II-System des Partners Pixium Vision steckt ein biokompatibler, implantierbarer Mikroelektronik-Chip, den das IMMS für diese Anwendung entwickelt hat. Dieser Chip ist Teil eines Augenimplantats, mit dem Menschen, die aufgrund von Netzhautdegeneration erblindet sind, aber einen  intakten Sehnerv haben,  teilweise neu sehen lernen. Dazu tragen sie eine Brille mit integrierter Kamera, die Bilder der Umgebung aufnimmt. Diese Bilddaten werden durch die Pupille zum Netzhautimplantat übertragen. Dort übersetzt der IMMS-Chip die optischen Informationen in einen elektronischen Datenstrom. Dieser wird an einen Retina-Stimulator weitergegeben, der den Sehnerv anregt und im Gehirn eine visuelle Wahrnehmung hervorruft. Derzeit laufen europaweit klinische Studien, in denen Patienten mit diesem System innerhalb von Rehabilitationsprogrammen lernen, diese neue Wahrnehmung zu interpretieren. Das IMMS zeigt zur MEDICA die Systeme, mit denen die Patienten ausgestattet werden, und Videobeispiele aus den klinischen Studien mit Erfahrungsberichten von Patienten.

Herausforderung an die Mikroelektronik

„Solch ein Implantat ist ingenieurtechnisch eine große Herausforderung, nicht nur was die Miniaturisierung und die Funktionalität betrifft,“ sagt Khalid Ishaque, CEO von Pixium Vision, rückblickend auf 15 Jahre Forschung und Entwicklung. „Stellen Sie sich vor, Sie möchten unter Wasser einen Fernseher im Mittelmeer betreiben, das warm und sehr salzig ist und sich bewegt. Für ein Mikroelektronikimplantat im Auge sieht die Herausforderung ähnlich aus.“ Dieses elektronische Implantat muss flexibel gestaltet sein, so dass es bei einer Drehung des Augapfels weiterhin fehlerfrei funktioniert. Zudem muss die Elektronik energieeffizient arbeiten und innerhalb unkritischer thermischer Sicherheitsgrenzen. Im menschlichen Körper können auch nicht die für Schaltkreise notwendigen Gleichspannungen zur Energieversorgung verwendet werden. Daher musste ein Chip realisiert werden, der über Wechselspannung versorgt wird.

IMMS-Chip übersetzt Bilder in Signale für den noch intakten Sehnerv

Der am IMMS entwickelte Infrarot-Empfänger-Chip wird im Inneren des Augapfels eingesetzt und wandelt die über die optische Schnittstelle eintreffenden Informationen in ein Stromsignal, das an den Stimulator-Chip weitergegeben wird. Als wesentliche Elemente zur Umsetzung dieser Funktionalität hat das IMMS die Fotodiode, den Regelkreis zur Signaldetektion und den Ausgangstreiber realisiert und getestet. Für einen minimalen Energieverbrauch, geringste Wärmeentwicklung und ständige Betriebsbereitschaft hat das IMMS Schaltungskonzepte implementiert, mit denen eine Stromaufnahme von unter 120 µA  erreicht wird.

Das IMMS hat die Energieversorgung des Chips im menschlichen Körper mit einer Wechselspannung realisiert. Diese wird im Gleichrichter des Chips zu einer internen Gleichspannung gewandelt, die ausschließlich im hermetisierten Schaltkreis verwendet wird. Da aus diesem Grund der Versorgungsstrom nicht mit Standardmesstechnik analysierbar ist, hat das IMMS eine speziell angepasste Messmethode entwickelt. Dabei wird der Wert des Versorgungsstroms mit Hilfe eines induktiven Stromfühlers ermittelt.

„Das IMMS hat einen unverzichtbaren Beitrag zu unserem Ziel beigetragen, Menschen zu einer partiellen Wahrnehmung zu verhelfen, die ihr Augenlicht durch Retinitis Pigmentosa verloren haben. Der vom IMMS entwickelte Chip ist der entscheidende Teil der Verbindung zwischen der realen Welt über Augen und Sehnerv zum Gehirn des Patienten,“ so die Einschätzung von Khalid Ishaque. „Für ihn geht die harte Arbeit nach der Operation erst richtig los – das Gehirn muss neu trainiert werden.“ Dazu kooperiert Pixium Vision weltweit mit Experten vieler Disziplinen, unter anderem aus Neurowissenschaften, Physik, Optik und Mathematik, Mikro- und Augenchirurgie sowie Experten für Sehschwäche. „Dieses effiziente Netzwerk aus global agierenden Partnern ist entscheidend für den Erfolg auf unserer Reise, die vor nicht allzu langer Zeit für unmöglich gehalten wurde.“

Ein Blick in die Zukunft

Pixium Vision erhielt vor kurzem die Zulassung für den Start klinischer Studien am Menschen für das neue PRIMA-System. Dabei handelt es sich um ein sub-retinales miniaturisiertes drahtloses Implantat-System zur Behandlung von atrophischer Makuladegeneration, der trockenen und häufigsten Form der altersbedingten Zellrückbildung im Bereich des Gelben Flecks.


Über Pixium Vision
Die Mission von Pixium Vision ist es, eine Welt des bionischen Sehens für Menschen zu erschließen, die ihr Sehvermögen verloren haben, sie zu befähigen, eine teilweise visuelle Wahrnehmung und dadurch mehr Selbständigkeit und eine höhere Lebensqualität zurückzuerlangen. Die bionischen Systeme von Pixium Vision gehen mit einem chirurgischen Eingriff und einer anschließenden Rehabilitationsphase einher. Im Anschluss an die CE-Zertifizierung für sein epi-retinales bionisches Sichtsystem IRIS®II erhielt Pixium Vision die Zulassung für den Start klinischer Studien am Menschen für PRIMA, ein sub-retinales miniaturisiertes drahtloses Implantat-System. Pixium Vision arbeitet eng mit akademischen Forschungspartnern zusammen. Diese umfassen renommierte Augen- und Sehforschungsinstitute wie das  Institut de la Vision in Paris, das Hansen Experimental Physics Laboratory an der Stanford University und das Moorfields Eye Hospital in London. Pixium Vision ist EN-ISO-13485-zertiziert. www.pixium-vision.com

Über das IMMS
Das IMMS stellt als strategischer Partner kleinen und mittleren Unternehmen anwendungsorientierte Vorlaufforschung für die Entwicklung von Erzeugnissen der Mikroelektronik, Systemtechnik und Mechatronik zur Verfügung.
Das Institut entwickelt hochpräzise und energieeffiziente Gesamtlösungen für Medizintechnik und Life Science, Automatisierungs-, Umwelt- und Verkehrstechnik sowie die Halbleiterfertigung. Darüber hinaus liefert es Beiträge zu den branchenübergreifenden Basistechnologien Kommunikationstechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Mikro- und Nanotechnologien. Das IMMS verschafft seinen Partnern einen Vorsprung im Wettbewerb, indem es die Lücke zwischen wissenschaftlichem Forschungsergebnis und Produkt schließt, die nicht selten fünf bis zehn Jahre ausmacht. Das Institut schlägt so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Unter dem Leitgedanken „Wir verbinden die IT mit der realen Welt“ entwickelt und realisiert das IMMS Sensor- und Aktorsysteme, Signalverarbeitungs-, Steuerungs- und Regelungssysteme und übernimmt die Systemintegration sowie die Anbindung zur Informationsverarbeitung und Umgebung. Das Institut entwickelt und optimiert die einzelnen Systemkomponenten, Baugruppen und Schaltungen sowie die Kommunikation zwischen allen Systemelementen und zwischen System und Umwelt. In dem 1995 als An-Institut der TU Ilmenau gegründeten gemeinnützigen Unternehmen mit Hauptsitz in Ilmenau und Institutsteil in Erfurt arbeiten derzeit 80 Mitarbeiter. www.imms.de

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09.11.2017

Mobile Schnelltests für Prostata- und Darmkrebs: Mikroelektronik misst Antigen-Konzentrationen

9.11.2017. Das IMMS präsentiert zur MEDICA vom 13. bis 16. November auf der Messe Düsseldorf ein mobiles Mikroelektronik-basiertes Testsystem zur Früherkennung von Prostata- und Darmkrebs. Anhand des Funktionsmusters veranschaulicht das IMMS mit Live-Demos das Nachweisprinzip der neuen Schnelltests. Diese werden derzeit gemeinsam mit Thüringer Partnern im Projekt INSPECT entwickelt. Das IMMS erarbeitet die anwendungsspezifische Mikroelektronik. Dabei stehen die Signalverarbeitung insbesondere bei extrem geringen Signalunterschieden sowie eine effiziente Rauschunterdrückung im Fokus. Mithilfe von am IMMS entwickelten Chips führt die Senova Gesellschaft für Biowissenschaft und Technik mbH umfangreiche Testreihen mit Bioproben durch. Grundlage dafür ist Senovas Know-how für immunologische Assays zur Diagnostik von Krebserkrankungen und die  biochemische Funktionalisierung der Chipoberflächen.  Durch die Kombination von immunologischen Nachweismethoden mit Mikroelektronik wird es möglich, Biomarker für Krebskrankheiten frühzeitig, präzise und zuverlässig in geringsten Konzentrationen nachzuweisen.

Übliche Schnelltests arbeiten nur qualitativ                   
Für einige Krebsarten können Schnelltests direkt durch den behandelnden Arzt vorgenommen werden, unmittelbar Ergebnisse bereitstellen und zeit- wie kostenaufwändige Laboruntersuchungen vermeiden. Stand der Technik sind dabei unter anderem Teststreifen, auf denen Antikörper-Moleküle aufgebracht sind. Diese Bindungsmoleküle sind farbig markiert, halten in der Probenflüssigkeit das gesuchte Molekül fest und liefern nach fünf bis zehn Minuten einen Befund als Ja-Nein-Aussage in Form einer vorhandenen oder nichtvorhandenen farbigen Linie. Unterschiedlich starke Einfärbungen dieser Markierung sind für Anwender jedoch nicht interpretierbar. Ein blasser Strich kann auch übersehen werden.

Quantitative Schnelltests sollen künftig genaue Diagnosen ermöglichen
Lassen sich dagegen genaue Konzentrationen bestimmter Moleküle in Probenflüssigkeiten feststellen, sind verlässliche Diagnosen möglich. Insbesondere für Prostatakrebs können solche quantitativen Methoden die Vor-Ort-Diagnostik erheblich verbessern. Das prostataspezifische Antigen (PSA) kann Hinweise auf Krebs liefern, wird jedoch stets vom Körper produziert. Für unter 50-Jährige liegt die PSA-Konzentration bei unter 2,5ng/ml (Nanogramm, also Milliardstel Gramm, pro Milliliter), bei über 70-Jährigen bei etwa 6,5ng/ml. Diese Werte können unabhängig vom Alter variieren und Entzündungen, mechanische Reizungen oder Krebs als Ursache haben. Wenn ein Karzinom wächst, steigt die individuelle PSA-Konzentration eines Patienten kontinuierlich an. Kann man also in regelmäßigen Abständen die PSA-Konzentration messen, ist eine zuverlässige Frühdiagnose und damit eine frühzeitige Therapie möglich.

Mikroelektronik zur Messung von Antigen-Konzentrationen bei Darm- und Prostatakrebs
Der biotechnologische Ausgangspunkt für das neue Testsystem ist vergleichbar mit dem der Teststreifen: Mit einer Antikörper-Antigen-Wechselwirkung sollen gezielt Analyten in einer Probe nachgewiesen werden, bei Prostatakrebs das PSA und bei Darmkrebs Hämoglobin. Um den diagnostischen Anforderungen gerecht zu werden, muss die Mikroelektronik äußerst  geringe Antigen-Konzentrationen von unter einem Nanogramm pro Milliliter sicher und zuverlässig erkennen können. Das Mikroelektronik-basierte Messsystem muss dazu sehr schwache relative Lichtintensitätsunterschiede in Größenordnungen von 0,01 Bel bis 1 Bel optisch detektieren.

Das IMMS hat die technische Machbarkeit dieser Zielvorgaben für die Krebsdiagnostik grundsätzlich bewertet. Dafür wurde in einem ersten Schritt mit einem bereits vorliegenden, für den Nachweis von Infektionskrankheiten entwickelten Mikroelektronik-Chip untersucht, wie dieser mit Hilfe der integrierten Photodioden Helligkeitsunterschiede in Probenlösungen mit bekannten Teilchenkonzentrationen abbildet. Auf diesen Chip wurden Tetramethylbenzidin-Substrat-Lösungen (TMB) gegeben, die mit Meerrettich-Peroxidase-Enzym (HRP) angereichert wurden. Durch eine enzymatische Reaktion färbt sich die Flüssigkeit blau ein, je geringer die HRP-Konzentration, desto langsamer. Mit dem Chip wurde gemessen, wie sich die Reagenzien im Zeitverlauf durch die Verfärbung abdunkeln. Es wurden bereits geringste Mengen HRP nachgewiesen.

Dafür wurden verschiedene Lösungen angefertigt, die 0ng/ml, 0,2ng/ml, 1ng/ml und 5ng/ml HRP beinhalteten. Für jede Lösung wurde mit der Zugabe der definierten HRP-Menge ein Helligkeitswert pro Sekunde über eine Zeitspanne von 600 Sekunden aufgezeichnet. Mit den Messungen wurden Helligkeitsveränderungen im Zielbereich von 0,01 Bel  bis 1 Bel nachgewiesen und die Unterschiede zwischen den Reaktionsverläufen der Lösungen grundsätzlich wie erwartet abgebildet. Aus diesen und weiteren Voruntersuchungen werden derzeit Korrelationen zu den Analytkonzentrationen für den Nachweis von PSA und Hämoglobin als Grundlage für das neue Chipdesign erarbeitet.

Einschätzung zum Zwischenstand des mobilen Mikroelektronik-basierten Testsystems
„Es konnte ein erstes mobiles Diagnostiksystem bereitgestellt werden, womit sich die bioanalytischen Messungen bei der Senova GmbH vor Ort durchführen ließen. Durch die sehr hohe Signalauflösung und präzise Signalerfassung ist klar geworden, dass eine einfache, schnelle und sichere Diagnostik von Krebserkrankungen und deren Monitoring möglich ist,“ so die Einschätzung von Dr. Friedrich Scholz, Senova Gesellschaft für Biowissenschaft und Technik mbH, zum Stand der Entwicklung. „Aktuell wird das System am Beispiel der Krebsdiagnose für Prostatakrebs und Darmkrebs erprobt. In Zukunft soll die Vielzahl der Detektoren auf dem Chip für eine multiparametrische Analyse nutzbar gemacht werden, um so die Krebsdiagnostik zuverlässiger und sicherer zu machen sowie ein individualisiertes Monitoring der Therapie zu erlauben.“

Förderung:
Das diesen Ergebnissen zugrundeliegende Vorhaben wurde vom Freistaat Thüringen unter der Nummer 2015 FE 9159 gefördert und durch Mittel der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) kofinanziert.

Partner:
·       CDA GmbH (www.cda.de)
·       iba Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik e.V. (www.iba-heiligenstadt.de)
·       IMMS Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme gemeinnützige GmbH (www.imms.de)
·       Senova Gesellschaft für Biowissenschaft und Technik mbH (www.senova.de)
·       X-FAB Semiconductor Foundries AG (www.xfab.com)

Über die Senova Gesellschaft für Biowissenschaft und Technik mbH
Die Senova ist ein international tätiges mittelständisches und inhabergeführtes Unternehmen mit Sitz in Weimar, das sich auf qualitativ hochwertige immunologische Schnelltest für den Nachweis von Proteinen, Haptenen, Nukleinsäuren, Mikroorganismen und Viren spezialisiert hat. Mit ihrer leistungsstarken Forschungsabteilung, umfangreichen Methoden zur Qualitätssicherung und zum Qualitätsmanagement sowie großen Produktionskapazitäten für Testkits und Zubehör stellt Senova ihren Kunden alle Werkzeuge zur Verfügung, um erfolgreiche Schnelltestprodukte entwickeln, validieren und produzieren zu können. Dieses Produkt- und Dienstleistungsportfolio wird komplettiert um eine gut ausgebaute Vertriebsstruktur in der Human- und Veterinärdiagnostik, durch unseren Partner Devidia - Deutsche Vitaldiagnostik . Senova Schnelltests zur patientennahen Sofortdiagnostik basieren auf der gut etablierten Lateral Flow Technologie oder der innovativen 3D Immunofiltration. Im Kundenauftrag entwickelt Senova neue Testsysteme oder etabliert neue Tests auf bestehenden Plattformen. Dabei kann das Team auf ein breites Spektrum von Werkzeugen und Methoden zurückgreifen, die in den letzten Jahren durch intensive Technologieentwicklung und Kooperation mit Forschungspartnern entstanden sind. 
Das Unternehmen ist seit 2011 ISO 13 485 und ISO 9001 zertifiziert und verfügt über ein vollständig zertifiziertes Qualitätsmanagementsystem. www.senova.de

Über das IMMS
Das IMMS stellt als strategischer Partner kleinen und mittleren Unternehmen anwendungsorientierte Vorlaufforschung für die Entwicklung von Erzeugnissen der Mikroelektronik, Systemtechnik und Mechatronik zur Verfügung.
Das Institut entwickelt hochpräzise und energieeffiziente Gesamtlösungen für Medizintechnik und Life Science, Automatisierungs-, Umwelt- und Verkehrstechnik sowie die Halbleiterfertigung. Darüber hinaus liefert es Beiträge zu den branchenübergreifenden Basistechnologien Kommunikationstechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Mikro- und Nanotechnologien. Das IMMS verschafft seinen Partnern einen Vorsprung im Wettbewerb, indem es die Lücke zwischen wissenschaftlichem Forschungsergebnis und Produkt schließt, die nicht selten fünf bis zehn Jahre ausmacht. Das Institut schlägt so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Unter dem Leitgedanken „Wir verbinden die IT mit der realen Welt“ entwickelt und realisiert das IMMS Sensor- und Aktorsysteme, Signalverarbeitungs-, Steuerungs- und Regelungssysteme und übernimmt die Systemintegration sowie die Anbindung zur Informationsverarbeitung und Umgebung. Das Institut entwickelt und optimiert die einzelnen Systemkomponenten, Baugruppen und Schaltungen sowie die Kommunikation zwischen allen Systemelementen und zwischen System und Umwelt. In dem 1995 als An-Institut der TU Ilmenau gegründeten gemeinnützigen Unternehmen mit Hauptsitz in Ilmenau und Institutsteil in Erfurt arbeiten derzeit 80 Mitarbeiter. www.imms.de

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08.11.2017

IMMS mit drei Entwicklungen auf der MEDICA 2017

8.11.2017. Das IMMS präsentiert zur MEDICA vom 13. bis 16. November auf der Messe Düsseldorf ein mobiles Mikroelektronik-basiertes Testsystem zur Krebsfrüherkennung, Mikroelektronik zur Analyse wässriger Lösungen mittels passiver RFID-Sensorik und ein bionisches System zur Behandlung von Blindheit. Mit den Funktionsmustern und Prototypen macht das IMMS den aktuellen Stand seiner Arbeiten im Bereich Bioanalytik greifbar. Das Institut zeigt zudem Chip-Entwicklungen für die Medizintechnik, die in den epi-retinalen Systemen des Partners Pixium Vision bereits in klinischen Studien im Einsatz sind. 

Funktionsmuster für die quantitative Krebsfrüherkennung mit Mikroelektronik
Für einige Krebsarten können Schnelltests direkt durch den behandelnden Arzt vorgenommen werden, unmittelbar Ergebnisse bereitstellen und zeit- wie kostenaufwändige Laboruntersuchungen sparen. Übliche Schnelltests arbeiten qualitativ und liefern als Befund Ja­-Nein­-Aussagen. Um Prostata- und Darmkrebs in einem sehr frühen Stadium feststellen zu können, entwickelt das IMMS Mikroelektronik, die im direkten Probenkontakt sehr geringe Antigen­-Konzentrationen unterhalb von einem Nanogramm pro Milliliter misst. Das IMMS zeigt anhand des Funktionsmusters mit Live-Demos das Nachweisprinzip, auf dem die Entwicklungsarbeiten aufbauen.

Prototyp für die Analyse wässriger Lösungen mittels passiver RFID-Sensorik.
Das IMMS präsentiert zur MEDICA einen passiven RFID-Mikroelektronik-Chip ohne eigene Stromversorgung. Dieser wird in wässrige Lösungen gegeben und misst dort Temperaturwerte, die von einer RFID-Ausleseeinheit erfasst und verarbeitet werden. Mit dem am IMMS entwickelten energieeffizienten Chip werden Messgrößen lediglich mit einer elektrischen Leistung von nur 3,5 Mikrowatt erfasst und digitalisiert. Damit könnte ein entsprechender Sensor aus einer Mignon-Batteriezelle mit einer typischen Kapazität von 1000 mAh mehr als zehn Jahre lang kontinuierlich betrieben werden. Eine Batterie ist dank dieser geringen Leistungsaufnahme jedoch überflüssig: Die RFID-Ausleseeinheit erzeugt ein elektromagnetisches Feld, das dazu ausreicht, den passiven RFID-Chip durch Behälter und Flüssigkeiten hindurch in Abständen von bis zu vier Zentimetern mit Strom zu versorgen sowie Messdaten zu erfassen und zu senden. Das zur MEDICA für Temperaturdaten vorgestellte Prinzip für batterielose RFID-Sensorik wird derzeit am IMMS auf weitere Messgrößen übertragen. 

IRIS®II – epi-retinales System von Pixium Vision zur Behandlung von Blindheit. 
Das IMMS hat einen biokompatiblen Mikroelektronik-Chip entwickelt. Dieser ist Teil eines Augenimplantats, mit dem Menschen, die aufgrund von Netzhautdegeneration erblindet sind, aber einen  intakten Sehnerv haben, teilweise neu sehen lernen. Dazu tragen sie eine Brille mit integrierter Kamera, die Bilder der Umgebung aufnimmt. Diese werden durch die Pupille zum Netzhautimplantat übertragen. Dort übersetzt der IMMS-Chip die optischen Informationen in einen elektronischen Datenstrom. Dieser wird an einen Retina-Stimulator weitergegeben, der den Sehnerv anregt und im Gehirn eine visuelle Wahrnehmung hervorruft. Derzeit laufen europaweit klinische Studien, in denen Patienten mit diesem System innerhalb von Rehabilitationsprogrammen lernen, diese neue Wahrnehmung zu interpretieren. Das IMMS zeigt zur MEDICA die Systeme, mit denen die Patienten ausgestattet werden, und Videobeispiele aus den klinischen Studien mit Erfahrungsberichten von Patienten.

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Über uns

Firmenporträt

Wir verbinden Mikroelektronik und Life Sciences für die Entwicklung schneller, genauer und kosteneffizienter Diagnostik-Systeme.

Das IMMS stellt als strategischer Partner anwendungsorientierte Vorlaufforschung für die Entwicklung von Erzeugnissen der Mikroelektronik, Systemtechnik und Mechatronik zur Verfügung. Gemeinsam mit Industrie- und Forschungspartnern führt das IMMS Produktentwicklungen durch und erarbeitet Machbarkeitsstudien.

Kompetenzen
  • Elektronik-Design für Einzelsensoren über Sensorarrays bis zu autonomen Sensorsystemen
  • ASIC-Entwicklung für die multimodale Detektion:
    . Optisch
    . Elektrisch amperometrisch, voltammetrisch, impedimetrisch & kapazitiv
    . Elektrochemisch (pH, pNa, pO2, ...)
  • Drahtlose Signalerfassung & Datenübertragung, um Bioproben intakt und keimfrei zu halten
  • Entwicklung von Systemen mit Sensoren & Aktoren
IMMS: Wir verbinden die IT mit der realen Welt.

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Unternehmensdaten

Anzahl der Beschäftigten

50-99

Gründungsjahr

1995