Jede künstliche Zilie ist etwa 18 Mikrometer lang und hat einen Durchmesser von rund 2 Mikrometern. Hunderte dieser Mikroantriebe wurden auf einem flexiblen Substrat mit integrierten Elektroden angeordnet. Vier Elektroden um jede Zilie erzeugen ein elektrisches Feld, das die Ionen im Hydrogel gezielt bewegt und so kontrollierte Biege- oder Drehbewegungen ermöglicht.
„Im kleinen Maßstab hat sich die Verwendung elektrischer Signale zur Steuerung der Ionenbewegung als äußerst effektive und effiziente Methode erwiesen. Der menschliche Körper beispielsweise nutzt elektrische Muskelsignale, um die Verteilung von Ionen im Muskelgewebe zu steuern, wodurch Bewegung erzeugt wird“, sagt Zemin Liu, Erstautor der Studie. „Inspiriert von diesem Prinzip haben wir mikrometerkleine, ionengetriebene Hydrogele entwickelt. Genau wie menschliche Muskeln bewegen sich diese Hydrogele, wenn elektrische Signale die Ionen in ihrem Inneren steuern. Bei unserer Forschungsarbeit haben wir lediglich 1,5 Volt verwendet, was unterhalb der Elektrolyse-Schwelle in wässrigen Umgebungen liegt und damit völlig sicher ist, beispielsweise bei einer Anwendung im menschlichen Körper.“