Medizinverpackungen: 6 Phasen der Herstellung Zum Hauptinhalt springen

Medizinverpackungen: von der Idee bis zur Auslieferung

In sechs Phasen zur Herstellung medizinischer Verpackungen

Kurz & Knapp: Worum geht es?

11.08.2025

Brainstorming im Team zur Pflichtenheft Erstellung zur Definition der Anforderungen für die medizinische Verpackung
Phase 1: Anforderungsdefinition für medizinische Verpackungen

In der ersten Phase gilt es zu ermitteln, welche Produkte verpackt werden, beispielsweise Einweg OP Sets, Implantate oder Diagnostik Kits. Es legt fest, welche Sterilisationsverfahren (Dampf, Gas, Strahlung) zum Einsatz kommen und definiert Lager und Transportbedingungen wie Temperatur, Feuchte und Stoßfestigkeit.

Zugleich werden regulatorische Vorgaben (ISO 11607, EU MDR, FDA Regeln) zusammengestellt und Umweltziele wie Recyclingquoten oder CO₂ Fußabdruck festgelegt. Stakeholder aus F&E, Qualitätssicherung und Logistik stimmen so ein klares Pflichtenheft ab, das als Vorgabe für alle weiteren Schritte dient.

Person entwirft am Computer mögliche CAD-Designs für medizinische Verpackungen
Phase 2: Design, Prototyping und Materialauswahl für Verpackungen
Basierend auf dem Pflichtenheft entstehen erste CAD Modelle und 3D gedruckte Funktionsmuster. Diese Prototypen erlauben realistische Tests von Form, Handhabung und Öffnungsmechanismen im Labor. Parallel dazu prüfen Materialexpertinnen und -experten mögliche Folien- oder Papierverbunde hinsichtlich Barrierewirkung, Biokompatibilität und Verarbeitungseigenschaften. Lieferanten werden früh in Audits einbezogen, um Qualitätsstandards und Liefersicherheit zu gewährleisten. Rückmeldungen aus Pilotversuchen fließen direkt in die Materialoptimierung ein.
Maschine druckt Vorlagen und Beispiele für medizinische Verpackungen
Phase 3: Prozessentwicklung und Werkzeugbau für die Verpackungstechnik
Nach dem finalen Design beginnen Werkzeugmacher mit der Herstellung von Stanz und Siegelwerkzeugen, die exakt auf die Packungsgeometrie zugeschnitten sind. Im Labor werden Parameter für Temperatur, Druck und Siegelzeit festgelegt und unter definierten Bedingungen validiert. Zugleich wird die Codiertechnik eingerichtet: Ink Jet Drucker oder Laser markieren Barcodes und UDI Codes, die später per Kamera erfasst werden. Silos und Zuführsysteme werden geplant, um einen unterbrechungsfreien Materialfluss auf der Linie zu gewährleisten.
In Autoklaven werden Anforderungen der Sterilisation von medizinischen Verpackungen validiert
Phase 4: Validierung und Sterilisationsqualifizierung von Verpackungen

In dieser Phase prüft man die Versiegelungsintegrität mithilfe von Differenzdruck- und Helix Tests sowie Streifenindikatoren. Die Sterilisationszyklen werden unter realen Produktionsbedingungen qualifiziert: Parameter wie Temperatur und Feuchtekurven, Gaskonzentrationen sowie Bestrahlungsintensitäten werden exakt dokumentiert.

Kontrollen durch biologisches und chemisches Monitoring sichern die Wirksamkeit. Alle Tests werden abschließend in Validierungs¬berichten zusammengeführt, um die regulatorische Freigabe zu erhalten.

Maschinen fertigen medizinische Verpackungen an und führen Kontrollen durch
Phase 5: Serienfertigung und Inline Kontrolle der Verpackungen
Die Verpackungslinie im Reinraum integriert Folienschweiß-, Siegel- und Schneidsysteme mit Druck und Scanmodulen. Sensoren überwachen permanent Parameter wie Druck, Temperatur und Maschinentakt, während Kameras die Druckqualität der Barcodes prüfen. Stichproben werden automatisch entnommen und mit externen Prüfsystemen gegenreferenziert. Das Bedienpersonal erhält Echtzeitanzeigen zum Linienstatus, wodurch Ausfallzeiten minimiert und Produktionskennzahlen (OEE) verbessert werden.
Die Produkte kommen in den so angefertigten medizinischen Verpackungen sicher am Zielort an
Phase 6: Freigabe und Distribution der medizinischen Verpackungen
Zum Abschluss führt die Qualitätssicherung eine umfassende Chargenprüfung durch: Versiegelung, Etikettierung und UDI Konsistenz werden dokumentiert. Nach der Freigabe werden die Verpackungen in klimatisierten Lagern eingelagert, bis sie über ein ERP System mit voller Chargenrückverfolgbarkeit kommissioniert und verschickt werden. Langzeitstudien prüfen die Stabilität unter verschiedenen Transportbedingungen, um die Unversehrtheit bis zum Einsatzort sicherzustellen.

Praxisbeispiel – So funktioniert's:

SealLINK Technologie von hawo GmbH; Copyright: hawo GmbH

Produkte und Aussteller zu diesem Thema

Lächelnde Frau mit roten Haaren und Brille - Melanie Prüser; Dieses Porträt wurde KI-generiert.

Autorin: Melanie Prüser | Redaktion COMPAMED.de

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