Forschende des Helmholtz-Zentrums Hereon haben eine recycelbare Tinte für den 3D-Druck entwickelt. Das Material basiert auf dem industriellen Nebenprodukt Lignin und kann mehrfach wiederverwendet werden. Die Ergebnisse zeigen Potenziale für nachhaltige additive Fertigung und wurden in ACS Sustainable Chemistry & Engineering veröffentlicht.
Additive Fertigungsverfahren wie der 3D-Druck gewinnen in vielen Branchen an Bedeutung – auch in der Medizintechnik, im Fahrzeugbau oder bei Konsumgütern. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Materialentwicklung. Forschende des Helmholtz-Zentrums Hereon haben nun eine recycelbare 3D-Druck-Tinte entwickelt, die überwiegend aus Lignin besteht, einem Nebenprodukt der Papierherstellung oder der Biomasseverarbeitung.
Ziel der Forschenden war es, eine nachhaltige Alternative zu gängigen Druckmaterialien zu entwickeln, die häufig auf fossilen Polymeren basieren und meist weder recycelbar noch biologisch abbaubar sind.
Rund 70 Prozent der neuen Tinte bestehen aus Lignin. Während des Druckprozesses zeigt das Material eine hohe Fließfähigkeit, sodass es problemlos durch die Düsen eines 3D-Druckers extrudiert werden kann. Nach dem Druck nimmt die Tinte schnell wieder eine feste Struktur an. Gedruckte Objekte bleiben zudem bis zu Temperaturen von etwa 200 °C formstabil.