Trotz der hohen Befürwortung von KI in der Medizin sehen die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland die Frage nach dem Vertrauen in KI-gestützte Diagnosen differenziert. Rund 23 Prozent sagen, dass sie einer ärztlichen Diagnose "eindeutig mehr" oder "eher mehr" vertrauen würden, wenn diese auf Unterstützung einer KI zurückgreift. 35 Prozent sind der Meinung, dass ihr Vertrauen nicht beeinflusst wird.
Bei der Bereitstellung von anonymisierten Gesundheitsdaten, die für einen effektiven KI-Einsatz in der Medizin notwendig sind, zeigen sich die Deutschen zwiegespalten: So spricht sich zwar eine Mehrheit von 57 Prozent grundlegend dafür aus, Gesundheitsdaten anonymisiert bereitzustellen, wenn diese KI-Diagnosen verbessern. Über 30 Prozent verneinen jedoch diese Bereitschaft. "KI-gestützte Diagnosen eröffnen neue Möglichkeiten. Sie erfordern jedoch Vertrauen in die Technologie. Das müssen wir stärken. Aufklärung über intelligente medizinische Systeme und die gesellschaftliche Diskussion darüber sind wichtige Schritte in diese Richtung", so Karliczek. Mit dem Wissenschaftsjahr 2019 will das Bundesministerium für Bildung und Forschung hier anknüpfen.
Im Rahmen der neuen Diskussionsreihe "Karliczek. Impulse. Wie wir Künstliche Intelligenz nutzen wollen." tauschen sich Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis mit Bürgerinnen und Bürgern über Chancen und Herausforderungen aktueller Aspekte der KI-Forschung aus. Hierbei diskutieren sie die gemeinsame Gestaltungsrolle von Gesellschaft und Forschung für den künftigen Umgang mit KI.
Zum Start der Veranstaltungsreihe steht das Thema Medizin im Fokus. Unter den Talkgästen ist unter anderem Dr. Philipp Kellmeyer, Facharzt für Neurologie am Universitätsklinikum Freiburg, der sich mit den neuroethischen Herausforderungen des KI-Einsatzes in der Medizin auseinandersetzt. "Bei der Anwendung Künstlicher Intelligenz in der Medizin werden zukünftig neue Konstellationen von Mensch-Technik-Interaktion entstehen. Diese werfen grundlegende Fragen über das Verhältnis von medizinischem Personal zu Patientinnen und Patienten auf. Gleiches gilt im Hinblick auf KI-Systeme, die nun in diese Beziehung eingebracht werden", stellt Dr. Kellmeyer heraus.
COMPAMED.de; Quelle: Wissenschaftsjahr 2019 - Künstliche Intelligenz