Repairon erhält Finanzierung für die Entwicklung künstlicher Herzmuskelgewebe

29.06.2017

Die Repairon GmbH, eine Ausgründung aus der Universitätsmedizin Göttingen (UMG), hat erfolgreich eine Finanzierungsrunde für die Entwicklung künstlicher Herzgewebe aus Stammzellen für die Anwendung bei Herzmuskelschwäche abgeschlossen. Neben dem strategischen Partner Sartorius konnte die Repairon GmbH mit der S Unternehmensbeteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG (Sparkasse Göttingen) und der 3LC Venture GmbH & Co. KG weitere lokale Investoren für das Projekt gewinnen.

Bild: 3D-Bild eines Herzens; Copyright: panthermedia.net/DarioStudios

Die Lebensqualität und die Lebenserwartung sind bei vielen Patienten mit Herzmuskelschwäche trotz optimaler Versorgung dramatisch eingeschränkt; ©panthermedia.net/DarioStudios

Die Repairon GmbH entwickelt künstliche Gewebe aus Stammzellen für die Reparatur defekter Organe. Dabei nutzt das Unternehmen innovative Verfahren der Gewebeherstellung aus der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann, Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie der UMG. Als erstes therapeutisches Produkt sollen sogenannte Engineered Heart Muscle (EHM) als Herzpflaster für die Anwendung bei Herzmuskelschwäche hergestellt werden.

Die Herzmuskelschwäche betrifft weltweit 23 Millionen Patienten, davon etwa 2 Millionen in Deutschland. Zugrundeliegend ist ein Verlust an Herzmuskelgewebe zum Beispiel nach Herzinfarkt. Die Lebensqualität und die Lebenserwartung sind bei vielen Patienten mit Herzmuskelschwäche trotz optimaler Versorgung dramatisch eingeschränkt. Die Herztransplantation bleibt in fortgeschrittenen Stadien die einzige wiederherstellende Behandlungsmaßnahme, steht aber pro Jahr weltweit weniger als 5.000 Patienten zur Verfügung.

Die Repairon GmbH wird gemeinsam mit Sartorius den Zellkultur-Prozess der Herzpflasterherstellung für die personalisierte Anwendung bei der Volkskrankheit Herzmuskelschwäche optimieren. Prof. Dr. Wolfram-Hubertus Zimmermann betont: "Wir wollen am Standort Göttingen gemeinsam mit unseren Partnern hoch innovative Zell-basierte Arzneimittel für die Wiederherstellung der Pumpkraft des kranken Herzens entwickeln". Damit wird in Göttingen eine seit zehn Jahren eingeschlagene Strategie zur Translation innovativer Erkenntnisse aus dem Herzzentrum der Universitätsmedizin Göttingen in die klinische Anwendung konsequent weiter verfolgt. Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Dekan und Vorstandssprecher der UMG: "Wir unterstützen die Überführung von Forschungsergebnissen aus der Universitätsmedizin Göttingen in die klinische Anwendung ausdrücklich und sehen am Standort Göttingen ein hervorragendes Entwicklungspotential für universitäre Ausgründungen". Als Partner im Deutschen Zentrum für Herzkreislaufforschung (DZHK) hat sich der Standort Göttingen der Überführung neuartiger Behandlungsmethoden bei Herzmuskelschwäche verschrieben. Prof. Dr. Gerd Hasenfuß, Vorstandsmitglied des DZHK und Vorsitzender des Herzzentrums Göttingen der UMG: "Die erfolgreiche Einführung Zell-basierter Behandlungsmethoden für den Wiederaufbau von Herzmuskelgewebe wäre ein Durchbruch für die Herzmedizin".

COMPAMED.de; Quelle: Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.
Mehr über das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V. unter: dzhk.de