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Bildgebung: Mit Magnetfeldern ins Herz blicken

Das Magnetfield Imaging System (MFI) soll vor dem Einsatz eines implantierbaren Cardioverter Defibrillators (ICD) und in der Diagnostik von Durchblutungsstörungen im Herzen eingesetzt werden.13.11.2008

Das System stellt den Kardiologen nun Informationen zur Verfügung, die bisher ohne invasiven Eingriff nicht erkennbar waren. Dabei ist ein MFI für den Patienten mit keinen Nebenwirkungen verbunden, da die Untersuchung kontakt- und strahlungsfrei ist und kein Kontrastmittel benötigt.

Implantierbare Defibrillatoren können auftretendes Kammerflattern (ventrikuläre Tachykardien, VT) und -flimmern beenden und so einen plötzlichen Herztod verhindern. Es hat sich aber gezeigt, dass die bisherige Indikation für die Implantation eines ICD nicht spezifisch genug ist. Zum einen kommen circa 80 Prozent der implantierten Geräte nie zum Einsatz, zum anderen gibt es Patienten, die nach heutigen Kriterien keinen ICD erhalten, im Nachhinein aber womöglich davon profitiert hätten.

Das MFI soll hier künftig eine spezifischere Auswahl ermöglichen. Das zeigen die Erfahrungen mit dem Prototyp des MFI-Systems an der Universität Jena. Für die Risikostratifizierung einer bevorstehenden ventrikulären Tachykardie wird dabei speziell der magnetisch erfasste Komplex des Herzschlages mittels eines geeigneten Filterverfahrens aufbereitet und analysiert. Bei Patienten mit erhöhtem Risiko einer VT tritt hier in der Regel eine typische Fragmentation auf.

In der Diagnostik von Durchblutungsstörungen des Herzmuskels soll die MFI-Untersuchung zeigen, ob wirklich eine Durchblutungsstörung vorliegt. Nur in diesem Fall müsste die aufwändige und für den Patienten nicht ganz ungefährliche Herzkatheteruntersuchung durchgeführt werden.

"Bei den etwa 800.000 durchgeführten Herzkatheteruntersuchungen in Deutschland kommt es nur bei zirka 30 bis 40 Prozent zu einer therapeutischen Maßnahme. Mit MFI können wir hier besser vorselektieren. Die ersten vorliegenden Ergebnisse sind sehr viel versprechend", so Professor Karl-Heinz Kuck von der Asklepios Klinik St. Georg.

COMPAMED.de; Quelle: Asklepios Kliniken Hamburg

 
 

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