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COMPAMED-News

COMPAMED 2008: Erneut deutlich mehr Aussteller!

Parallel zur weltgrößten Medizinmesse MEDICA stellt die COMPAMED, die international führende Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung, Jahr für Jahr die Dynamik und Innovationskraft der Medizintechnikbranche unter Beweis. 22.09.2008

Enorme Angebotsvielfalt - Heiße Laser, intelligente Assistenzsysteme und dünne Schichten

Die COMPAMED 2008, High tech solutions for medical technology (19. bis 21. November), wird mit rund 500 Ausstellern aus 30 Nationen die Rekordbeteiligung des Vorjahres (450 Aussteller) noch einmal deutlich steigern und ihren Wachstumskurs in den Hallen 8a und 8b des Düsseldorfer Messegeländes fortsetzen. Hier präsentieren die Zulieferer ein umfangreiches Spektrum an Hightech-Lösungen für den Einsatz in der medizintechnischen Industrie – von neuen Materialien, Komponenten, Vorprodukten, Verpackungen und Dienstleistungen bis hin zu komplexer Mikrosystemtechnik und kompletter Auftragsfertigung.

Mit Bezug auf den Materialbereich lässt sich im der Vorausblick auf die Trends der COMPAMED feststellen, dass Kunststoffe für die Verwendung in der Medizintechnik noch weiter in den Fokus rücken werden. Schon jetzt bestehen fast 50 Prozent aller weltweit hergestellten Medizinprodukte bestehen bereits aus den Chemiematerialien – Tendenz stark steigend. Häufig müssen die Kunststoffkomponenten mit anderen Bauteilen z. B. aus Metall oder Keramik verbunden werden. Mit einem neu entwickelten laserbasierten Verbindungsverfahren können innerhalb kürzester Zeit hochfeste Verbindungen zwischen Kunststoffen und anderen Werkstoffen erzeugt werden. Diese Entwicklung zeigt im Rahmen der COMPAMED das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik (ILT, Aachen) unter der Bezeichnung LIFTEC vor. Das zum Patent angemeldete Verfahren basiert auf der Tatsache, dass alle thermoplastischen Kunststoffe im unpigmentierten Zustand transparent oder zumindest transluzent sind. Bei Prozessbeginn wird das zu fügende Bauteil oder eine Teilkomponente davon durch den zu fügenden Kunststoffpartner hindurch mit Laserstrahlung erwärmt. Das Bauteil wird unter mechanischem Druck auf das Kunststoffteil gedrückt. Dabei erwärmt sich der Kunststoff über Wärmeleitung auf eine Temperatur oberhalb seiner Schmelztemperatur und das zu verbindende Bauteil bzw. ein Teil davon dringt in den Kunststoff ein. Bei Auswahl einer geeigneten Bauteilgeometrie wird nach der Abkühlung eine feste, formschlüssige Verbindung erzielt. Neben Metallen können unter anderem auch keramische Werkstoffe mit Kunststoffen verbunden werden. Hierbei ergibt die Eigenschaftskombination beider Werkstoffe hybride Bauteile mit einer großen mechanischen Festigkeit (Härte), Verschleißfestigkeit sowie guter Temperaturstabilität bei gleichzeitig geringem Gewicht und variabler Formgebung. Werden Kunststoffe mit unterschiedlichen Schmelztemperaturen eingesetzt, ist auch das Fügen zweier Kunststoffe miteinander möglich. „Grundsätzlich erschließt das Verfahren Hybridbauteile, bei denen Metallinserts die Festigkeit erhöhen, das Fügen von Gerätekomponenten aus unterschiedlichen Materialien erwünscht ist oder zusätzliche Funktionen integriert werden sollen“, erklärt ILT-Projektleiter Jens Holtkamp. Erste Anwendungen zielen auf die direkte Verbindung von Brillengläsern aus Kunststoff mit Metallbügeln.

Milliarden sparen mit Telemonitoring

Ein Geschäftsfeld von wachsender Bedeutung ist „Ambient Assisted Living“ (AAL), für das der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE, Frankfurt a.M.) ein rasantes Wachstum mit großen Potenzialen für Deutschland erwartet. Dank der guten Position bei IT-Systemen, Mikrosystemtechnik und Robotik könnte Deutschland AAL zu einem Exportschlager machen, denn vom demographischen Wandel sind alle Industrieländer gleichermaßen betroffen. Mit dieser Entwicklung steigt der Bedarf an medizinischer und pflegerischer Versorgung. Durch innovative Telemonitoring-Konzepte lassen sich Therapien für chronische Krankheiten besser steuern. Sensorsysteme für barrierefreie Wohnungen erkennen Notfälle bei gefährdeten Personen rund um die Uhr und setzen Notfallketten in Gang. Auch im Bereich Demenz sind intelligente Assistenzsysteme – mitdenkende Elektrogeräte, Telemedizin oder Steuerungs- und Warneinrichtungen – eine Chance für Betroffene, länger in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Das Spektrum der Anwendungen reicht vom Tele-EKG und RFID-Teppichen zur Kontrolle der Lebensfunktionen über die zentrale Kommunikations-Steuerkonsole am Bett bis hin zu automatisierten Sicherungs- und Notfallsystemen. Gleich um welche (Mikro-)Komponenten es für derartige Systeme geht, die COMPAMED-Aussteller bieten hierfür das passende Entwicklungsknowhow.

Dienstleistungen bis zur Komplettfertigung

Ein besonderer Besuchermagnet auf der COMPAMED wird auch 2008 wieder der vom IVAM Fachverband für Mikrotechnik initiierte Produktmarkt "High-tech for Medical Devices" sowie das dazugehörige Forum sein. Der IVAM-Gemeinschaftsstand verzeichnet dieses Jahr mit 40 Firmen und Instituten einen neuen Ausstellerrekord. „Mit dem neuen Themenbereich „Electronic Manufacturing Services (EMS) for Medical Devices“ greifen wir einen aktuellen Branchentrend auf“, erklärt Dr. Uwe Kleinkes, Geschäftsführer IVAM. Gerade im Hinblick auf gestiegene Qualitätsanforderungen an Komponenten und Systeme ist das Thema EMS in der Medizintechnik in den Fokus gerückt. Viele Hersteller lagern inzwischen die Fertigung aus und geben sie in die Hände von Spezialisten. In der EMS-Area präsentiert sich unter anderem der Elektronik-Dienstleister PrehTronics GmbH (Willich). Unter Verwendung moderner Industrie-PCs, Displaylösungen, Bedienkonzepte und Mikrocontrollerplattformen entwickelt die Firma elektronische Baugruppen und Komplettsysteme. Auch mit der Industrialisierung und Fertigung bereits entwickelter Kundenprodukte kennt sich PrehTronics aus. „Unsere Kompetenzen liegen in der Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Montage von elektronischen Baugruppen und Systemen. Wir fühlen uns dem Standort Deutschland verpflichtet und sind daher auf mittelständische Industriekunden mit komplexen Baugruppen und Fertigungsprozessen spezialisiert“, so Ansgar Schröder, Sprecher der Geschäftsführung von PrehTronics. „Neben der Entwicklung einzelner Komponenten zeichnet sich verstärkt der Trend ab, dass Zulieferer sogar in die Rolle des Auftragfertigers für komplette medizintechnische Geräte und Produkte schlüpfen“, bestätigt auch Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH.

Dünne Schichten für zusätzliche Funktionen

Weiter im Trend liegen auch dünne Schichten, die immer mehr Funktionen übernehmen. So zum Beispiel amorphe Kohlenstoffschichten, die inzwischen immer öfter Eingang in die Medizin finden – nun auch auf urologischen Stents. „Ursprünglich wurden Kohlenstoff-Beschichtungen auf Metallwerkzeugen eingesetzt, damit diese nicht so schnell verschleißen. Anfang der 90er Jahre entdeckte man dann ihre Körperverträglichkeit“, sagt Lisa Kleinen, Diplom-Physikerin vom Institut für Dünnschichttechnologie der TU Kaiserslautern. Seitdem werden die nur wenige Mikrometer dicken Beschichtungen für Knie- und Hüftimplantate, künstliche Herzklappen oder Elektroden verwendet. „Man kann Oberflächen auf Materialien aufbringen und variieren, so dass das Implantat besser mit dem Knochen verwachsen kann oder nicht in Blutgefäße einwächst“, erklärt Kleinen. Inzwischen arbeitet das Institut für Dünnschichttechnologie zusammen mit dem Universitätsklinikum in Bonn daran, mit amorphen Kohlenstoffschichten Bakterienfilme auf urologischen Stents zu verhindern.

Harnleiterschienen werden eingesetzt, um einen ungehinderten Urinfluss zwischen Niere und Blase zu garantieren. Das Problem: Organische Biofilme, die sich auf dem Stent ablagern, können im ungünstigen Fall durch Einlagerung anorganischer Salze zu einem kristallinen Bakterienbiofilm werden. Kurz: Eine Kruste überzieht den Stent, das Infektionsrisiko steigt, die Schiene muss ausgewechselt werden. „Wir beschichten Stents aus dem Kunststoff Polyurethan mit einer speziellen Schicht“, so Kleinen. Sie wird unter exakt bestimmten Parametern wie Druck, Plasmaleistung oder Gasfluss hergestellt, so dass sie Bakterienbiofilme abweist. Amorphe Kohlenstoffschichten bestehen aus lagenartig und tetraedisch gebundenen Kohlenstoffatomen, wobei die Mischung entscheidend ist: Über die Bindungsverhältnisse können Ingenieure den Schichten verschiedene Eigenschaften zuordnen. Am Uniklinikum Bonn wurde der Stent bisher an 50 Patienten getestet. „Unsere Erfahrung zeigt, dass die Liegezeiten der beschichteten Stents verlängert werden. Und zwar um das Doppelte“, bemerkt Norbert Laube, Privatdozent und Leiter der Abteilung Experimentelle Urologie am Bonner Klinikum.

Metallteile biokompatibel machen

Auch in anderen Feldern der Medizintechnik spielen dünne Schichten eine wichtige Rolle: „Die Forschung geht in Richtung Biokompatibilität von Metallteilen oder Richtung antibakteriell beschichtete Kunststoffteile. Auch Textilien ließen sich derart ausrüsten, was z. B. in der Wundbehandlung wichtig wäre. Zudem könnten dünne Schichten als Barrieren gegen krebsauslösende Stoffe dienen“, benennt Prof. Winfried Blau, bis 2007 Geschäftsführer und heute Technologieberater der europäischen Forschungsgesellschaft dünne Schichten e.V. (EFDS, Dresden) weitere Möglichkeiten.

Die vorgenannten Entwicklungen zeigen: Die COMPAMED wird auch in diesem Jahr wieder wichtiger Impulsgeber für Innovationen in der Medizintechnik sein. Auch 2008 wird wieder die gesamte Produktpalette vertreten sein – bis hin zur adäquaten Verpackung für sensible Medizinprodukte, mit denen sich bereits jeder 10. Aussteller der COMPAMED beschäftigt.

Von den 137.000 Fachbesuchern der letztjährigen Gesamtveranstaltung MEDICA und COMPAMED interessierten sich gut 13.000 Experten für das fachlich sehr spezielle Angebot der COMPAMED.

Weitere Informationen zur COMPAMED 2008 und MEDICA 2008 (4.200 Aussteller aus 65 Nationen) sowie zu den teilnehmenden Ausstellern und ihren Produkten sind abrufbar über die Internet-Portale: http://www.compamed.de / http://www.medica.de

(Dieser Trendbericht zur COMPAMED 2008 ist enstanden mit redaktioneller Unterstützung von Klaus Jopp, freier Fachautor für Wissenschaft und Technik, Hamburg.)

 
 

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