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Metastasen: Neue Methode soll Zerstörung des Knochens stoppen

Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg haben eine Methode entwickelt, mit der die Ausbildung von Knochenmetastasen bereits in einem frühen Stadium objektiv beurteilt werden kann.28.08.2008

Brust- und Prostatakrebs zählen zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Im Verlauf der Erkrankung bilden sich bei vielen Patienten Tochtergeschwülste in anderen Organen. Bei bis zu 70 Prozent der Betroffenen entstehen diese Metastasen im Knochen. Die Heilungschancen verschlechtern sich dadurch.

"Bisher kann das Wachstum einer Knochenmetastase nur durch den Grad des Knochenabbaus beurteilt werden, also anhand der Größe des 'Lochs' im Knochen", erklärt Doktor Tobias Bäuerle, Projektleiter am DKFZ. "Diese so genannte Osteolyse entwickelt sich jedoch sehr langsam und meist ist es dann zu spät, um rechtzeitig einschreiten zu können." Es sei viel entscheidender festzustellen, was im Inneren der Metastase passiert. "Dazu messen wir nun, wie stark die Metastase durchblutet wird", erläutert Bäuerle.

Denn genau wie gesunde Körperzellen, benötigen auch Tumoren für ihr Wachstum Blut und Nährstoffe. Diese Versorgung wird durch die Neubildung von Blutgefäßen gewährleistet - ein Prozess, der in der Fachsprache Angiogenese genannt wird. "Wir gehen davon aus, dass das Wachstum der Metastase umso aggressiver ist, je stärker sie durchblutet wird", so Bäuerle. "In ersten Laborversuchen konnten wir dies bereits bestätigen."

Das Blutvolumen und die Gefäßdichte in der Knochenmetastase macht Bäuerle mit bildgebenden Verfahren wie Computer- und Magnetresonanztomographie sowie Ultraschall sichtbar. Dabei werden die Ansammlung von verabreichten Kontrastmitteln in Gefäßen der Metastasen gemessen und verschiedene Parameter der Gefäßneubildung bestimmt.

Dem Wissenschaftler ist es außerdem erstmals gelungen, die Bildung von Blutgefäßen in Knochenmetastasen und damit deren Wachstum durch so genannte Angiogenese-Hemmer zu verhindern. Dabei wird ein Faktor, der für die Gefäßneubildung im Tumor verantwortlich ist, blockiert. Bis diese Therapieoption in der klinischen Praxis angewandt werden kann, sind jedoch noch weitere Untersuchungen erforderlich.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Krebshilfe e. V.

 
 

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