Hauptinhalt dieser Seite

Sprungmarken zu den verschiedenen Informationsbereichen der Seite:

Sie befinden sich hier: News.

News

COMPAMED repräsentiert Innovationsmarkt "par excellence": Mehr als 13.000 Fachbesucher – Aussteller-Boom

Parallel zur weltgrößten Medizinmesse MEDICA präsentierten die 460 Aussteller den 13.000 Besuchern der COMPAMED 2007 ein umfangreiches Spektrum an Hightech-Lösungen – von neuen Materialien, Komponenten, Vorprodukten, Verpackungen und Dienstleistungen bis hin zu komplexer Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie. 29.11.2007

Die Medizintechnik zählt zu den dynamischsten und innovativsten Branchen. Sowohl hinsichtlich Patenten als auch Welthandelsanteil liegt Deutschland auf Platz 2 hinter den USA. Nach Angaben des Europäischen Patentamtes in München führt die Medizintechnik die Liste der angemeldeten Erfindungen mit 14.700 Patenten an. 11,4 Prozent der gesamten Patentanmeldungen kommen aus dem medizintechnischen Bereich. Wesentliche Innovationstreiber sind insbesondere auch die Zulieferer der medizintechnischen Industrie. Davon konnte sich die Fachwelt im Rahmen der international führenden Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung, COMPAMED 2007 in Düsseldorf, überzeugen. In Parallelität zur weltgrößten Medizinmesse MEDICA präsentierten die 460 Aussteller der COMPAMED 2007 ein umfangreiches Spektrum an Hightech-Lösungen – von neuen Materialien, Komponenten, Vorprodukten, Verpackungen und Dienstleistungen bis hin zu komplexer Mikrosystemtechnik und Nanotechnologie. Von fast 137.000 Fachbesuchern der Gesamtveranstaltung interessierten sich nahezu 13.000 speziell für das Themenangebot der COMPAMED.

Erstmalig stand den COMPAMED-Ausstellern neben der Halle 8a auch die neu errichtete Halle 8b zur Verfügung. „Wir haben mit dem Neubau der Halle 8b dem weiter wachsenden Ausstellerinteresse an unseren Veranstaltungen Rechnung getragen“, erklärt Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. Einen Beleg für die Nachfrage liefert der Boom der COMPAMED. Zur diesjährigen Veranstaltung ist die Zahl der Aussteller ebenso wie die gebuchte Fläche um jeweils mehr als 45 Prozent gestiegen gegenüber 2006.

Für den Besucher bedeutet das noch mehr Vielfalt im Rahmen der COMPAMED. Wie vielfältig sich etwa die Mitglieder des Fachverbandes für Mikrotechnik IVAM (Dortmund) in Düsseldorf engagierten, erklärt IVAM-Geschäftsführer Dr. Uwe Kleinkes: „Die breite Palette des Angebotes unserer Mitglieder reicht von der Mikrofluidik über die Oberflächenbehandlung bis zum Komplettsystem für Analytik oder Diagnose.“ Nach einer aktuellen Erhebung des IVAM ist Medizintechnik mit Abstand die wichtigste Zielbranche der Mikorotechnikunternehmen in Europa, was auch das starke Engagement im Rahmen der COMPAMED erklärt. Der Fachverband organisierte auch in diesem Jahr wieder einen Gemeinschaftsstand mit 30 Unternehmen für die Produktmärkte Manufacturing, Mikro- und Nanotechnik sowie neue Materialien. Zugleich veranstaltete er zusammen mit der Messe Düsseldorf das wieder hochrangig besetzte Expertenforum unter dem diesjährigen Leitthema „Hightech for Medical Devices“, das in 36 Übersichts- und Firmenvorträge dem fachkundigen Publikum näher gebracht wurde.

Die Mikrosystemtechnik wird erwachsen

Dabei zeigten sich gleich mehrere Trends: Die Mikrosystemtechnik ist dem Status des Laborprototypen entwachsen und hat die Produktionsreife auch in der großen Serie erreicht. Beispiel Mikropumpen: Vor wenigen Jahren noch als Exoten bestaunt, werden sie heute bereits von einer ganzen Reihe von Herstellern wie Paritec GmbH (Weilheim), Schwarzer Precision GmbH + Co. KG (Essen) oder ThinXXS Microtechnology AG (Zweibrücken) in verschiedenen Ausführungen angeboten. Erstmals präsentierte auch die Bartels Mikrotechnik GmbH (Dortmund) im Rahmen der COMPAMED 2007 die bereits sechste Generation ihrer Mikropumpe „mp6“. Sie misst gerade einmal 37 mal 15 mal 3,5 Millimeter. „Dank des doppelten Aktors erhöht das neue Modell den Gegendruckbereich um 100 Prozent auf 500 Millibar. Das ermöglicht erstmals auch die Mischung von Gasen und Flüssigkeiten“, betont Dr. Ulrike Michelsen, Leiterin Marketing und Vertrieb bei Bartels.

Ein weiteres großes Thema ist die Sensorik. Die Sensirion AG (Stäfa, Schweiz) präsentierte zur COMPAMED einen großen Durchbruch in der Herstellung von Gasfluss- und Differenzdruck-Sensoren auf Basis von Mikro-Elektro-Mechanischen Systemen (MEMS). Derartige Bauteile werden unter Nutzung der so genannten „CMOSens“-Technologie hergestellt. Diese Technologie ermöglicht die Unterbringung integrierter intelligenter Systeme (Schaltkreise) auf kleinstem Halbleiterraum (CMOS = dt. Metall-Oxid-Halbleiter). Die im Rahmen eines Standard CMOS-Prozesses in großen Stückzahlen gefertigten Sensoren werden schon seit längerer Zeit weltweit erfolgreich in diversen Produkten eingesetzt. Doch es geht noch eine Nummer kleiner: Nach über 15 Jahren Forschung und Entwicklung konnte vor einigen Monaten die Produktion auf das Handling von 8-Zoll-Wafern (Wafer = Halbleiterplatte) erweitert werden. Dadurch lassen sich nun digitale Gasfluss- und Differenzdruck-Sensoren „mit höchster Performance, in sehr großen Stückzahlen und zu äußerst attraktiven Preisen“ herstellen, wie Sensirion selbst angibt. Auch die Aceos GmbH (Dresden) hat ihre Sensor-Palette noch einmal erweitert. Neu zur COMPAMED war ein Sauerstoffsensor für Atemzug genaue Messungen bei Neugeborenen und ein Bauteil, das simultan Sauerstoff und Kohlendioxid messen kann. Die neuen Lösungen sollen Lungen- oder Herzkreislauferkrankungen bereits im Frühstadium über die Atemgase erkennen. „Wir hatten großen Zulauf bei der COMPAMED. Die Erfolgsstory geht weiter“, freut sich Dr. Markus Schotters, Geschäftsführer von Aceos.

Je kleiner die Bauteile und Systeme, desto aufwändiger und zugleich wichtiger wird die Qualitäts- und Funktionskontrolle. Die Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH (Oberkochen) hat gleich mehrere Maschinen entwickelt, die auf verschiedene Weise auch kleinste Bauteile mit höchster Präzision vermessen können. So verfügen sowohl die Messmaschine „O-Inspect“ als auch die „F25“ über eine flexible Multisensorik, die taktiles und optisches Messen mit einem einzigen System und nur einer Aufspannung ermöglicht. Während die „O-Inspect“ den Mikrometerbereich abdeckt, arbeitet die „F25“ in der Zwergenwelt der Nanometer (Millionstel Millimeter). „Das Gerät ist in Punkto Genauigkeit Weltspitze und derzeit konkurrenzlos“, so Jürgen Keller, Produktmanager von Carl Zeiss. Zudem ist der Taster extrem feinfühlig, arbeitet also mit geringsten möglichen Antastkräften, um selbst von nicht mehr sichtbaren Mikrosystemtechnikteilchen noch reproduzierbare Messergebnisse zu bekommen.

Mit Lasern berührungslos „drucken“

Ein ebenfalls hoch sensibles Gebiet ist die Beschriftung von medizintechnischen Teilen wie Katheder, Implantate oder Schrittmacher, die also direkten Gewebekontakt haben. Bei Aufgaben dieser Art bieten Laser große Vorteile gegenüber Drucken oder Ätzen. „Wir benötigen keine Additive, keine Chemie und arbeiten zudem berührungslos“, erklärt Dr. Alexander Knitsch, als Applikationsmanager bei Trumpf (Ditzingen) für den Bereich Medizintechnik verantwortlich. Auch für kleine Serien hat Laserspezialist Trumpf den kompakten Beschriftungslaser „TruMark 3020“ entwickelt, der erstmals im Rahmen der COMPAMED gezeigt wurde. „Wir sind jetzt das zweite Jahr zusätzlich zur MEDICA auch bei dieser Messe, weil hier ein reger Informationsaustausch mit einem ausgesprochen internationalen Publikum stattfindet“, so Knitsch.

Zum systematischen Ansatz der Medizintechnik gehören auch die adäquaten Verpackungen, die auf der COMPAMED in vielfältiger Ausprägung immer wichtiger werden. Rund zehn Prozent aller Aussteller sind in diesem Bereich tätig. „Unsere Kunden müssen eine zehnjährige Garantie auf ihre Produkte abgeben, deshalb ist die richtige Verpackung unverzichtbar“, erläutert Christian Kaunzner, Vertriebsleiter der Südpack Medica AG (Baar, Schweiz). Die Tochter der Südpack-Gruppe ist auf Folien und Verpackungen für sterile Produkte spezialisiert und bietet maßgeschneiderte Lösungen aus unterschiedlichsten Kunststoffen auch für kleine Serien und Sonderformen an. Ganz im Trend höchster Reinheitsansprüche liegt die Bischof + Klein GmbH & Co. KG (Lengerich), einer der führenden europäischen Komplettanbieter für flexible Verpackungen aus Kunststoff und Papier. Seit August 2007 laufen Extrusion, Konfektion und Verpackung unter einem Reinraumdach ab. „Auch wir denken bereits über ähnliche Schritte nach, die Anforderung kommt bestimmt“, bestätigt Christian Kaunzner von der Südpack Medica AG den Trend.

Wachsender Markt: Dienstleistungen

Dienstleistungen rund um Medizinprodukte sind ohnehin ein Thema mit wachsender Bedeutung. Die BSL Bioservice Scientific Laboratories GmbH (Planegg) deckt als international tätiges Prüflabor für Medizinprodukte alle Fragen biologischer Sicherheit ab. „Wir untersuchen zum Beispiel, ob entsprechende Teile hämokompatibel sind bzw. in biologischen Systemen Störungen verursachen“, sagt Dr. Alexander Werner, Leiter Marketing und Vertrieb bei BSL. Das Unternehmen freut sich über einen wachsenden Markt und erbringt bereits 40 Prozent seiner Leistungen für Auftraggeber von außerhalb der EU. „Teilweise sind Tierversuche wegen der Vorschriften noch immer unumgänglich, aber wir arbeiten immer mehr mit Zellkulturen“, so Werner.

Mobiltelefone, PDA- und Laptop-Computer, MP3-Player und Digitalkameras haben das Leben verändert. Sie sind auch die Grundlage für intelligente lebensunterstützende Assistenzsysteme (Ambient Living Systems, AAL), die insbesondere älteren Menschen in Sachen Prävention und heimischer Pflege helfen und ein selbstbestimmtes Leben in der häuslichen Umgebung ermöglichen sollen. Nach einer Studie des VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, Frankfurt a. M.), die zur COMPAMED vorgestellt wurde, können Mikrosysteme als Schlüssel für Sensorik und Datenübertragung die Gesundheitsvor- und fürsorge revolutionieren. „Viele Komponenten sind bereits vorhanden, aber die Vernetzung zu kompletten Systemen lässt noch deutlich zu wünschen übrig. An diesem Punkt sind die USA uns weit voraus“, konstatiert Dr. Gerhard Finking vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Dieses ebenso spannende wie wichtige Thema angesichts einer alternden Bevölkerung ist ideal auf der COMPAMED aufgehoben und könnte schon 2008 noch mehr im Fokus der Hallen 8a und 8b stehen.

Termin der nächsten COMPAMED:
19. – 21. November 2008

Termin der nächsten MEDICA:
19. – 22. November 2008


Schon jetzt vormerken: COMPAMED-Frühjahrsforum – Tageskongress in der Technischen Hochschule Aachen: Neue Materialein, Mikrosysteme und innovative Produktionsmethoden – 19.06.2008

Informationen zur COMPAMED im Internet unter
http://www.compamed.de,
zur MEDICA unter: http://www.medica.de

Kontakt:

Messe Düsseldorf GmbH
Pressereferat COMPAMED und MEDICA
Martin-Ulf Koch/ Larissa Browa
Tel.: 0211 4560-444 / -549
Fax: 0211 4560 8548
E-Mail: kochm@messe-duesseldorf.de

pm_compamed_4_d

Düsseldorf, 22. November 2007

 
 

Mehr Informationen