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COMPAMED-News
Der kleinste Drucksensor der Welt
Während der ComPaMED 2006, der internationalen Fachmesse für Komponenten, Vorprodukte und Rohstoffe in der medizinischen Fertigung, demonstrierte gleich eine ganze Reihe von Firmen, wie weit die Miniaturisierung der Medizintechnik – Voraussetzung für die aktiven Implantate – inzwischen vorangeschritten ist.28.11.2006
Mit bloßem Auge ist der Drucksensor der schwedischen Silex Microsystems AB (Järfälla) kaum zu sehen, seine Abmessungen betragen gerade 1,3 mal 0,16 Millimeter bei 0,1 Millimeter Dicke. „Derartige Sensoren, die kleinsten der Welt, lassen sich zur Messung des örtlichen Blutdrucks direkt in Katheder integrieren“, erklärt Henrik Hellqvist, Leiter Geschäftsentwicklung Life Science bei Silex. Sagenhafte 90 Prozent Wachstum haben die Spezialisten für MEMS (Micro-Electro-Mechanical-Systems) im letzten Jahr erreicht, die über die Hälfte ihrer Produkte in den Bereich Medizin und Life Science liefern.
Je kleiner die Dimensionen werden, je mehr sich die Medizintechnik in das Reich der „Zwerge“, also in die Nanotechnologie, vorwagt, desto wichtiger wird die Qualitätskontrolle. Gleich mehrere auf der COMPAMED präsente Anbieter trugen dieser Entwicklung Rechnung. Die Fries Research & Technology GmbH (Bergisch Gladbach) bietet beispielsweise weltweit als einziges Unternehmen alle Bereiche der Oberflächenuntersuchung bis hin zur Rasterkraftmikroskopie aus einer Hand an. „Dabei schaffen wir den Brückenschlag von Abmessungen, die vom Meter bis zum Nanometer reichen“, so Geschäftsführer Dr. Thomas Fries. Zum Einsatz kommen Multisensorgeräte, die scannende und bildgebende Verfahren gleichermaßen verwenden und dabei absolut zerstörungsfrei prüfen. Ermittelt werden für sich oder in Kombination Topografie, Profile, Rauheit oder Schichtdicke von Bauteilen. Die modular aufgebauten Geräte lassen sich problemlos in vollautomatische Prozesse integrieren. So können sich beispielsweise die Kissen für Brustimplantate ebenso vermessen werden wie Stentoberflächen oder MEMS.
Die dreidimensionale Darstellung von Oberflächen betreibt die NanoFocus AG (Ettlingen), die ein scannendes Laserprofilmeter in Kombination mit einem Konfokalmikroskop zusammenarbeitend einsetzt. Dieses Duo ist bestens geeignet, um die Oberflächenmerkmale, zum Beispiel die Rauigkeit, von Implantaten zu „ertasten“. „Definierte Werte in diesem Bereich geben wichtige Hinweise unter anderem auf die Biokompatibilität“, so Rouven Lenz, Verkaufsleiter bei NanoFocus. Auch die Siemens AG, erstmals auf der COMPAMED vertreten, bietet unter der Bezeichnung Siscan hoch auflösendes, extrem schnelle konfokale Mikroskope an, die über bis zu 128 Kanäle verfügen. „Nachdem sich diese Produkte bereits in anderen Industriezweigen bewährt haben, präsentieren wir sie jetzt mit sehr guter Resonanz auch für den Medizinbereich“, freut sich Markus Lotz vom Technischen Verkauf für Electronics Assembly Systems des Siemens Geschäftsbereiches Automation and Drives.
Mit der Bayer MaterialScience AG war auf der diesjährigen COMPAMED gleich noch ein zweites „industrielles Schwergewicht“ erstmals auf dem IVAM (Fachverband für Mikrotechnik) Gemeinschaftsstand präsent. Die Leverkusener bieten für den Medizinbereich insbesondere Lösungen aus dem Polycarbonat Makrolon an. Der Kunststoff eignet sich unter anderem für Präzisionsbauteile von Inhalatoren. „Derartige Geräte werden immer stärker nachgefragt durch den Trend zur Selbstmedikation, der von den Bemühungen zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen getragen wird. Medikamente, die der Patient selbstständig etwa über die Atmung aufnimmt, können Fusionen und Injektionen ersetzen, die normalerweise ambulant oder stationär verabreicht werden“, erklärt Markus Krieter, Experte für Medizintechnik der Business Unit Polycarbonates der Bayer MaterialScience. Ihre Teilnahme auf der COMPAMED unterstreicht, welche weiter zunehmende Bedeutung Kunststoffe für medizinische Anwendungen haben.
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