Sie befinden sich hier: Startseite.News.COMPAMED-News.
COMPAMED-News
Einblicke in die Medizintechnik „von morgen“
In der medizinischen Fachwelt scheint es sich offenbar verstärkt herumgesprochen zu haben: Wer Einblicke in die Medizintechnik „von morgen“ gewinnen will, besucht nicht nur die weltgrößte Medizinmesse MEDICA, sondern auch die parallel dazu in Düsseldorf durchgeführte ComPaMED.28.11.2006
So interessierten sich von den 137.500 Fachbesuchern der Gesamtveranstaltung in diesem Jahr 9.500 speziell für das Angebot der COMPAMED 2006, der international führenden Zuliefermesse für die medizinische Fertigung (Laufzeit: 15. bis 17. November, MEDICA bis 18. November 2006). Ein viel diskutiertes Thema im Rahmen der COMPAMED waren in diesem Jahr etwa Fortschritte in der Implantate-Medizin.
Aktive Implantate: Abnehmen per Funk
Aktive Implantate bieten zum Beispiel neue Chancen in der Unfall-, Neuro- und Viszeralchirurgie, so lautete das Fazit des Positionspapiers „Funktionale Mikro-/Nanoimplantate“, das der VDE (Verband Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, Frankfurt a.M.) zur 15. COMPAMED in Düsseldorf vorstellte. Die mit Sensoren, Aktoren und Telemetrieeinrichtungen zum Datentransfer ausgestatteten Prothesen ermöglichen eine individuellere Therapie, können Medikamente zumindest teilweise ersetzen und bis zu 30 Prozent der Kosten im Gesundheitswesen sparen.
„Abnehmen per Funk“ könnte das Motto schon in absehbarer Zeit heißen. Übergewicht und Fettleibigkeit auf der einen Seite, Essstörungen und Magersucht auf der anderen Seite – die Erkrankungen nehmen in beiden Richtungen vor allem in den Industrieländern ständig zu. Implantate sollen deshalb in die funktionellen Störungen des Verdauungssystems eingreifen und hier gezielt Abhilfe schaffen. Die komplexen Wechselwirkungen ließen sich zum Beispiel hormonell steuern, wobei die Implantate Schrittmacherfunktion übernehmen würden. Aktoren könnten zudem gezielt Magenbänder zusammenziehen und so ein Sättigungsgefühl auslösen. Nachts würden die Bänder zur Entspannung gezielt wieder zurückgestellt.
In Bezug auf Implantate an Hüfte und Knie arbeitet die medizinische Forschung im Schulterschluss mit innovativen Unternehmen ebenfalls an nennenswerten Neuerungen. Künftig könnten Implantate mit mehreren Beschleunigungssensoren und einem Telemetriemodul ausgestattet werden, um Lockerungszustände besser zu erkennen. „Durch diese Methode könnte ein Qualitätssicherungssystem für Hüft- und Knieprothesen aufgebaut werden. Damit ließen sich ungünstige Implantate rechtzeitig aussortieren, belastende Röntgenuntersuchungen einsparen und Wechseloperationen vermeiden“, erklärt Privatdozent Dr. med. Bernhard Clasbrummel, Chefarzt am Evangelischen Krankenhaus Witten.
In der Neurochirurgie geht es unterdessen um neue Ansätze zur Behandlung von Parkinson. An dieser Krankheit, neben Alzheimer wichtigste Ursache für Demenz, leiden allein in Deutschland etwa 250.000 Menschen – Tendenz zunehmend. Ein implantiertes Stimulationssystem kann zumindest die schweren Bewegungsstörungen erfolgreich behandeln. Eine Elektrode im Thalamus führt bei bis zu 90 Prozent der Patienten zu einer sehr deutlichen Minderung oder dem völligen Verschwinden des Zitterns in der Körperhälfte, die der operierten Hirnhälfte gegenüberliegt. „Besonders erfreulich bei dieser Methode ist die Tatsache, dass der Patient selbst die Reize steigern kann, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen“, betont Dr. Norbert Hüwel, geschäftsführender Oberarzt der neurochirurgischen Poliklinik der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz.
- Hier geht es weiter zu "Der kleinste Drucksensor der Welt"