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COMPAMED-News

Trendsetter ComPaMED: Auf dem Weg in die Nanomedizin

„Hinsichtlich der Innovationskraft in der Medizintechnik nimmt die deutsche Industrie im internationalen Vergleich eine Spitzenposition ein“, so lautet das Fazit des jährlich erstellten Innovationsmonitors des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE, Frankfurt a.M.).24.08.2006

Zulieferer gewähren in Düsseldorf Einblicke in die Zukunft der Medizintechnik

Neben Mikro- und Nanotechnik, die derzeit als Hauptimpulsgeber für Innovationen angesehen werden, gilt die Medizintechnik als wichtigster Treiber für Neuerungen in der Bundesrepublik. „Deutschland ist mit großem Abstand führend und wird diese Führung auch in zehn Jahren verteidigen. Asien wird allerdings etwas aufholen“, so die VDE-Studie. Gerade im Zusammenspiel mit der Mikro- und Nanotechnik, in der Deutschland ebenfalls eine starke Position einnimmt, ist die Medizintechnik ein wichtiges Aushängeschild für den Hightech-Standort – ganz nach dem Motto „engineered in Germany“. Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch die besondere Bedeutung der COMPAMED. Die international führende Fachmesse für den Zuliefermarkt der medizinischen Fertigung findet parallel zur weltgrößten Medizinmesse MEDICA in diesem Jahr bereits zum 15. Mal in Düsseldorf statt (vom 15. bis 17. November 2006). „Über 320 Aussteller aus 25 Nationen haben ihre Teilenahme angemeldet. Ein neuer Spitzenwert, der die Bandbreite und Internationalität des COMPAMED-Angebotes einmal mehr unterstreicht“, erklärt Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf.

Zugleich unterstreicht Niedergöker die wichtige Rolle der COMPAMED als Innovationstreiber auch für den Endproduktemarkt: „Wer die Entwicklungen des Zuliefermarktes für die medizinische Fertigung in den letzten Jahren im Rahmen der COMPAMED genau beobachtet und mit dem Endprodukte-Angebot der MEDICA abgeglichen hat, konnte die Schrittmacher-Funktion der Zulieferer für diese Produkte und damit für den medizinischen Fortschritt schnell nachvollziehen.“

So ist es zum Beispiel dank der Entwicklungen in der Biotechnologie immer besser gelungen, die Grundbausteine des Lebens, insbesondere also Proteine und Nukleinsäuren, herzustellen und zu handhaben. Dieses steigende Wissen um die Funktion solcher Moleküle, gepaart mit neuen Ansätzen und Lösungen aus der Nanotechnologie, hat einen zukunftsweisenden, interdisziplinären Zweig entstehen lassen, für den die COMPAMED geradezu prädestiniert ist: die Nanomedizin. Nanoskalige Wirkstofftransporter, Nanokomposite als Zahnersatzmaterialien oder resorbierbare nanokristalline Knochenzemente sind bereits erfolgreich am Markt eingeführt worden. Fachleute erwarten, dass sich mit Hilfe der Nanomedizin darüber hinaus Techniken zur Früherkennung von Krankheiten entwickeln lassen. Viele erhoffen sogar, dass dieser neue Ansatz das Potenzial hat, den Durchbruch zur präventiven Intervention zu realisieren.


Mobile Labors in der Größe eines Schuhkartons

Ein Schritt in diese Richtung sind mobile medizinische Labors in der Größe eines Schuhkartons, wie sie das Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM, München) entwickelt hat. Derartige Geräte könnten schon bald in jeder Arztpraxis stehen und Bluttests wesentlich schneller und effizienter machen. Schlüsselkomponente des Systems ist ein Biochip, der in einer Diagnoseeinheit für humane Antikörper bis zu 100 Immuntests parallel durchführen kann. Der Chip hat nur die Größe einer Scheckkarte und kann als Einwegartikel produziert werden. „Die serologischen Ergebnisse liegen nach maximal zwei Stunden vor. Das spart nicht nur mühsame Patientenwege, sondern führt schneller zu Befunden und somit auch zu einer gezielten Therapie“, betont Karl Neumeier, zuständiger Projektleiter am IZM. Für die Vermarktung soll die Mikrogen GmbH (München) sorgen, die Diagnosesysteme herstellt. Geschäftsführer Manfred Motz geht davon aus, dass entsprechende Klein-Labore in zwei Jahren ihre Alltagstauglichkeit erreicht haben werden.

Nach einer Studie der VDI Technologiezentrum GmbH stehen derzeit weltweit 54 Prozent der nanomedizinischen Industrie-Aktivitäten unter dem Aspekt des Wirkstofftransports. So werden Nanopartikel eingesetzt, um Wirkstoffe gezielt in kranken Geweben anzureichern oder um biologische Barrieren (Blut-Hirn- oder Luft-Blutschranke) zu überwinden. Darüber hinaus lassen sich Wirkstoffe als Nanopartikel formulieren, um ihre Löslichkeit und damit ihre Bioverfügbarkeit zu steuern. In diesem Bereich werden bereits mit heutigen Produkten Umsätze von etwa fünf Milliarden Dollar erzielt. Der zweitgrößte Bereich nach dem Wirkstofftransport ist dem Feld Diagnostik zuzuordnen, wobei 17 Prozent auf In-Vitro- und sieben Prozent auf In-Vivo-Systeme entfallen. An dritter Stelle folgen orthopädische Produkte mit 19 Prozent. Gerade die Oberflächenmodifizierung von Implantaten auf nanomolekularer Ebene zur besseren Bioverträglichkeit spielt eine große Rolle. Die übrigen drei Prozent betreffen neue Wirkstoffe und Therapien. „Nanomedizin verspricht ein Meilenstein für die Medizintechnik zu werden. Allerdings steigt die Pharmaindustrie nur zögerlich ein“, bedauert Dr. Volker Wagner vom VDI Technologiezentrum. Intensive Kontakte im Rahmen der COMPAMED 2006 könnten hier einen Meinungswandel einleiten.


Immer mehr Kunststoffe in der Medizintechnik

Nach wie vor ein Schwerpunkt auf der COMPAMED sind neue Materialien bzw. neue Anwendungen für bereits bekannte Werkstoffe. Mittlerweile besteht etwa die Hälfte aller weltweit hergestellten Medizinprodukte aus der riesigen Palette an verschiedenen Kunststoffen. Die steigende Lebenserwartung und die Zunahme in der häuslichen Pflege führen zu einem wachsenden Bedarf nach ergonomischen, benutzerfreundlichen Konstruktionen einschließlich einer Gewichtsreduktion vor allem bei tragbaren Geräten. Weiter im Trend liegen die Miniaturisierung und dünnwandige Ausführungen, um Material und Kosten zu sparen. Insgesamt führt das zu höheren Ansprüchen an die Verarbeitbarkeit sowie die mechanischen, thermischen und chemische Belastbarkeit der eingesetzten Kunststoffe. Vor diesem Hintergrund hat GE-Plastics (Bergen op Zoom, Nierderlande) eine ganze Gruppe von Polycarbonaten entwickelt, die durch intelligente Copolymertechnologie die beachtlichen Anforderungen an moderne Werkstoffe erfüllt. Dazu zählen Schlagzähigkeit, wiederholbare Autoklavierbarkeit, Transparenz und Biokompatibilität.

Selbst „Allerweltskunststoffe“ wie Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP), die heute weltweit den größten Absatz erreichen, haben im Bereich Medizin und Pharmazie einen anspruchsvollen Nischenmarkt. Mit einem globalen jährlichen Wachstum von nahezu zehn Prozent weist dieses Marktsegment sogar die höchste Dynamik auf. Ein Beispiel für diese Entwicklung sind komplette Blisterverpackungen aus PP, die Produktschutz, Präsentation und leichte Entnahme aus einem Guss bieten. Bisher bestanden derartige Verpackungen aus mehreren Materialien (z.B. Kunststofffolien, Siegellack sowie Aluminium- oder Papier-Deckfolien), was die Herstellungskosten in die Höhe trieb und ein Recycling erschwerte. Eine von der Universität Delft durchgeführte Ökobilanzstudie belegt die Vorteile des PP-Monoblistersystems gegenüber bestehenden Verpackungsstrukturen im Hinblick auf Recycling, Energieverbrauch und Ökoprofil.


Sichere Dosierung von Anästhetika

„Ohne Präzisionskomponenten geht in der Medizintechnik nichts“, beschreibt Dr. Uwe Kleinkes, Mitglied der Geschäftsleitung des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik, einen weiteren Ausstellungsschwerpunkt auf der COMPAMED. Hochpräzise Bauteile und Systeme erhöhen auch die Sicherheit. So kann z.B. die falsche Dosierung von Anästhesiemitteln schwer wiegende Folgen für den betroffenen Patienten haben. Eine neue Durchflusssensortechnik gibt jetzt Ärzten zusätzliche Hilfestellung. So wird die Schweizer Firma Sensirion auf der COMPAMED neue MEMS-Sensoren präsentieren. MEMS steht für Micro-Electro-Mechanical-Systems und beschreibt die Kombination aus mechanischen Eementen, Sensoren, Aktoren und elektronischen Schaltungen auf einem Substrat oder Chip. Der thermische Flow-Sensor von Sensirion ist auf nur einem Chip mit einer präzisen Auswerteschaltung und einem Speicher verbunden. So werden die empfindlichen Signale störungsfrei verstärkt und digitalisiert. Die Siliziumchips werden in der Massenflussmessung von Flüssigkeiten und Gasen verwendet, darunter auch zur Dosierung von Narkosemitteln, zur Beatmungsüberwachung von Patienten oder bei der Handhabung kleinster Mengen flüssiger Proben in der Diagnostik und Analytik. Die Auflösung reicht bis in den Nanoliterbereich.

Sensirion ist auf dem Gemeinschaftsstand „Hightech for Medical Devices“ vertreten. Diese Business-Plattform wurde von der Messe Düsseldorf zusammen mit dem IVAM ins Leben gerufen und setzt einen besonderen Schwerpunkt auf die Bereiche Mikrosystemtechnik und Nanotechnologien. Der Produktmarkt umfasst im Einzelnen die Segmente Nanomed, Neue Materialien, Mikrotechnik und Manufacturing. Die Ausstellerzahl hat sich hier zum Vorjahr auf 24 vervierfacht. Begleitet wird die Präsentation durch ein Forum, das an den drei Tagen der COMPAMED (15. bis 17. November 2006) in insgesamt 25 Kurzvorträgen das gesamte Spektrum der Nanomedizin vorstellen wird. Darunter zum Beispiel magnetische Biochips von Philips Research Health Care Devices and Instrumentation, die in Körperflüssigkeiten kleinste Stoffmengen detektieren können. Auch diese Veranstaltung unterstreicht den innovativen, zukunftsweisenden Charakter der COMPAMED als Trendsetter für die medizintechnische Industrie.

Erneut wird die COMPAMED in diesem Jahr wieder eine eigene Messehalle belegen, die neue Halle 8a in direkter Nachbarschaft zum Messebahnhof und dem Haupteingangsbereich (Eingang Nord).

Von den 137.000 Fachbesuchern der letztjährigen Gesamtveranstaltung MEDICA und COMPAMED interessierten sich rund 9.000 Experten für das fachlich sehr spezielle Angebot der COMPAMED.

Weitere Informationen zur COMPAMED 2006 und MEDICA 2006 sowie zu den teilnehmenden Ausstellern und ihren Produkten sind abrufbar über die Internet-Portale: http://www.compamed.de / http://www.medica.de

 
 

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