Zweite Gesichts-Operation überflüssig

Foto: Einige Rundkopfschrauben

Resorbierbare Osteosynthesematerialien etablieren sich in der Mund-Kiefer- Gesichtschirurgie immer mehr. Der Vorteil dieser Materialien ist, dass sie nicht durch eine zweite Operation entfernt werden müssen. Aber dennoch standen einer breiteren Anwendung des Verfahrens noch Probleme im Weg: Wie bauen sich die Materialien im Körper ab, wie verträglich sind sie für das Gewebe, wie kann man sie einfacher einbringen.

So kommt es zum Beispiel wegen der wesentlich geringeren Härte der resorbierbaren Materialien im Vergleich zum sonst üblichen Titan zu Komplikationen, denn es muss grundsätzlich ein Gewinde im Knochen vorgeschnitten werden und beim Einbringen der Schrauben kommt es trotzdem in einer relativ großen Anzahl zu Frakturen des Schraubenkopfes, was die Operationszeit enorm verlängert.

Nun wurde in einer gemeinsamen Entwicklungsarbeit zwischen der Technischen Universität Dresden und der Industrie eine neue Methode der Fixation resorbierbarer Materialien mit einem durch Ultraschall eingebrachten Pin entwickelt. Diese Methode wurde an Tieren getestet. Dabei verkürzte sich nicht nur die Operationszeit wesentlich, sondern es wurde auch eine höhere Stabilität erreicht, da sich der Pin im Trabekelwerk des spongiösen Knochens ausbreitet und so eine besonders feste Retention ermöglich.

Erste klinische Anwendungen mit den resorbierbaren Osteosynthesematerialien verliefen nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie erfolgreich. Die Methode wurde eingesetzt bei Mittelgesichtsschädelfrakturen und der Behandlung von Kraniosynostosen, dem frühzeitigen Verschluss der Schädelnähte bei Kleinkindern.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie