Wissenschaftler wollen künstliche Bindehaut entwickeln

Die Bindehaut des Auges spielt eine entscheidende Rolle für die Augenoberfläche: Sie ermöglicht durch Ihre Elastizität und Flexibilität die Augenbewegung, bildet eine Komponente des notwendigen Tränenfilms, der das Auge feucht hält und wirkt als mechanische Barriere gegen Fremdkörper. Patienten, bei denen die Bindehaut vernarbt ist und an Funktionen verloren hat, leiden oft unter erheblichen Schmerzen und ihr Sehvermögen kann maßgeblich beeinträchtigt sein (Visusverlust).

Schäden an der Bindehaut entstehen vor allem durch Einflüsse von Außen, wie Verätzungen oder Verbrennungen oder durch bestimmte Autoimmunerkrankungen, bei denen Entzündungen zu starken Vernarbungen der Bindehaut führen. Doktor Stefan Schrader, Klinischer Leiter des Labors für experimentelle Ophthalmologie, beschreibt das Vorgehen, das zu einem Gewebeersatz führen soll: „Zellen aus der Bindehaut des Patienten, werden entnommen, im Labor auf einem Trägergewebe aufgebracht und nach erfolgtem und wunschgemäßen Wachstum dem betroffenen Patienten operativ zurücktransplantiert.“ Der Direktor der Augenklinik, Professor Gerd Geerling betont, dass sich das Forschungsprojekt aber noch nicht im Stadium des Einsatzes am Menschen befindet. Er rechnet aber damit, dass es in vier oder fünf Jahren so weit sein könne.

COMPAMED.de; Quelle: Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf