Foto: synthetische Antikörper
Ausschnitt einer Liposomenmembran
(gelb/blau) mit künstlichen Rezeptoren
(rot); © Universität Regensburg

Zellen identifizieren sich nach außen durch bestimmte Eiweißstrukturen (Antigene). Solche „Zell-Personalausweise“ sind in der jeweiligen Zellmembran verankert. An die Antigene können sich wiederum „Sensoren“ beziehungsweise Oberflächenrezeptoren anderer Zellen oder auch Antikörper anbinden. Die Untersuchung derartiger Antikörper-Antigen-Bindungen stellt die Grundlage für viele Diagnoseverfahren in der Medizin dar. Allerdings ist die teure Herstellung und die hohe Empfindlichkeit der dafür erforderlichen Eiweiß-Antikörper ein großer Nachteil.

Nanosensoren verfügen hingegen über synthetische Bindungsstellen und bilden künstliche Membranen in Form von „Bläschen“ – kugelförmigen Anordnungen aus oberflächenaktiven Molekülen (Liposomen) – aus. Binden andere Moleküle an diese „Bläschen“, dann verdrängen sie Farbstoffmoleküle, die in den Nanosensoren eingelagert sind. Daraufhin ändern die Nanosensoren ihre optischen Eigenschaften und leuchten auf. Zu analysierende Moleküle können auf diese Weise sichtbar gemacht und erkannt werden.

Der entscheidende Vorteil der neuen Nanosensoren liegt in ihrer einfachen und kostengünstigen Herstellung. Ihre Zusammensetzung kann zudem – über einen Baukasten aus unterschiedlichen Fetten (Lipiden) und verschiedenen Farbstoffen – leicht verändert und angepasst werden. Dadurch eignen sich die Nanosensoren für eine ganze Reihe von analytischen Verfahren bei der Untersuchung von Zelleigenschaften.

Derzeit konzentrieren sich die Forscher darauf, noch komplexere Strukturen und größere Biomoleküle erkennen zu können. Langfristiges Ziel ist der Einsatz der neuen Sensoren auf Proteinoberflächen. Dadurch könnte in der Zukunft eine universelle Methode zur Herstellung von künstlichen Antikörpern entwickelt werden.


COMPAMED.de; Quelle: Universität Regensburg