Wiederverschließen von Arterien verhindern


Die Ergebnisse der Studie, die von Professor Gunnar Tepe an der Radiologischen Klinik des Tübinger Universitätsklinikums geleitet wurde, sind für Patienten, die unter Durchblutungsstörungen der Beine leiden, ein wichtiger Therapiefortschritt. Auf diese Weise können Amputationen verhindert.

An der Studie, die an Zentren in Berlin und Bad Krozingen durchgeführt wurde, nahmen 154 Patienten teil. Ein Teil der Patienten wurde mit dem mit Paclitaxel beschichteten Ballon behandelt, ein Teil mit unbeschichteten Ballons. Bei dem Medikament Paclitaxel handelt es sich um einen bekannten Wirkstoff, der zur Tumortherapie zugelassen ist. Dieses wird direkt auf den Ballon, mit dem die Engstelle aufgedehnt wird, aufgebracht. Nach zwei Jahren kam es in der Gruppe, die mit dem beschichteten Ballon behandelt wurde, bei nur 15 Prozent der Patienten zu einer erneuten behandlungsbedürftigen Gefäßeinengung. Die Patienten, die mit einem unbeschichteten Ballon behandelt wurden, bekamen in fast 50 Prozent der Fälle erneute Beschwerden.

In der Studie konnte nachgewiesen werden, dass durch einen mit Paclitaxel beschichteten Ballon bei relativ kurzem Kontakt eine langfristige Wirkung erzielt wird. Beim Aufblasen des Ballons wird dann gleichzeitig das Gefäß gedehnt und das Medikament in die verengte Gefäßwand gedrückt, wo es den gewünschten Effekt entfaltet. Die glatten Muskelzellen des Gefäßes, die ansonsten nach der Ballonaufdehnung anfangen zu wachsen und das Gefäß erneut einengen, hören auf zu wachsen. Das Gefäß bleibt offen und der Patient bekommt keine erneuten Beschwerden.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Tübingen