Wenn Beton wie Honig fließt

Foto: Honig läuft aus einem Glas auf einen Tisch

An der Entwicklung dieses speziellen Betons war das Institut für Bauforschung (ibac) der RWTH Aachen unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Brameshuber beteiligt. In Kooperation mit Unternehmen der Bauwirtschaft wurde er systematisch weiterentwickelt.

Das Aachener Institut hat knapp zwei Drittel der deutschen Zulassungen erwirkt und in die Praxis eingeführt. "Wenn die Rezession in der Bauwirtschaft beendet ist und wieder mehr gebaut wird, ist auch mit einem vermehrten Einsatz von Selbstverdichtendem Beton zu rechnen", meinen die Wissenschaftler des Instituts.

Der SVB wurde erstmals in Japan verwendet und kam über Skandinavien Mitte der 1990er Jahre nach Deutschland. Die Aachener Bauforscher nahmen sich 1999 der zähen Masse an. Das Ergebnis ist ein Beton, der nicht mehr aufwändig und lautstark gerüttelt werden muss, sondern ein selbst verdichtendes Material, das wie Honig fließt.

Der SVB solle eine deutlich bessere Sichtbetonqualität als Rüttelbeton erzielen und er bedürfe einer geringeren Nachbearbeitung, nennt das Institut als Pluspunkte. Weitere Vorteile: Weil der Rüttelvorgang entfällt, seien die Personalkosten für den Betoniervorgang und die Belastungen für das Personal geringer. Außerdem könnten komplexe Bauteile in einem Arbeitsgang verwirklicht werden.

Einige Architekten haben sich der neuartigen Masse schon angenommen wie der Japaner Ando auf der Museumsinsel Hombroich bei Neuss. Auch seine Kollegin Hadid baute in Wolfsburg mit Hilfe des SVB ein Museum auf Stelzen.

COMPAMED.de; Quelle: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen