Weltrekord im Glasfasersprint

Foto: Blaulicht durch ein Bündel Glasfaser

Die Internet-Gemeinde wächst stetig. Für 700 Millionen Menschen gehörte der Klick in das World Wide Web bereits 2004 zum Alltag. Mittlerweile ist die Zahl der Nutzer um weitere 20 Prozent gestiegen. Damit die Telekommunikationsnetze den immer dichter werdenden Datenverkehr verkraften, arbeiten Forscher an neuen Verfahren, mit denen die Rate an Datenübertragung gesteigert werden kann.

"In den Glasfasernetzen überträgt man die Daten auf verschiedenen Wellenlängen gleichzeitig. Dabei wird aus organisatorischen und ökonomischen Gründen jedem Signal eine möglichst hohe Datenrate zugeordnet", erklärt Professor Hans-Georg Weber vom Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik in Berlin.

Und nun stellte der Wissenschaftler vor einigen Wochen mit seinem Team einen neuen Weltrekord auf: Sie übertrugen erstmals ein Datensignal mit 2,56 Terabit pro Sekunde über eine 160 Kilometer lange Strecke - das entspricht einer Menge von 2 560 000 000 000 Bits pro Sekunde oder dem Inhalt von 60 DVDs.

Zum Vergleich: Auf den leistungsfähigsten Hochgeschwindigkeits-Strecken fließen Daten derzeit mit maximal 40 Gigabit - etwa 50mal weniger. Damit haben die Berliner den seit fünf Jahren bestehenden Rekord einer japanischen Forschergruppe von 1,28 Terabit pro Sekunde überboten.

Information wird in Glasfaserkabeln durch ultrakurze Lichtblitze, Pulsen, übertragen. Dabei wird Information für gewöhnlich durch Ein- und Ausschalten des Lasers codiert. Ein Puls entspricht der 1 des binären Codes, Ausschalten der 0. Es gibt damit zwei Lichtintensitäts-Zustände, um die Information zu versenden. Den Fraunhofer-Forschern gelang es jetzt, mehr Information in einen Puls zu packen, indem sie mit dem Phasenmodulationsverfahren vier binäre Informationszustände in einen Lichtpuls packten anstatt zwei.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft