Wasserstoff-produzierende Turboalge

Photo: Türkisblaues Meer

Der Chef der Umweltbehörde der Vereinten Nationen Klaus Töpfer sagte der Berliner Zeitung, dass wir unabhängiger vom Öl werden müssten. Er betonte dabei noch einmal die wichtige Rolle der erneuerbaren Energien. Und genau mit diesem Gebiet beschäftigen sich Wissenschaftler der Universität Bielefeld. Eine Arbeitsgruppe des Privatdozenten Dr. Olaf Kruse an der Fakultät für Biologie in Zusammenarbeit mit Dr. Ben Hankamer vom Institute of Molecular Bioscience der University of Brisbane untersucht die Wasserstoffproduktion in Algen.

Denn die Umwandlung von Sonnenlichtenergie in den Energieträger Wasserstoff ist eine Energieform, bei deren Verbrennung lediglich Wasser entsteht. Den Wissenschaftlern ist es gelungen, eine genetisch veränderte Mutante der Grünalge Chlamydomonas reinhardtii zu entwickeln, die deutlich mehr Wasserstoff produzieren kann. Der Mikroorganismus kann je nach gewählter Bedingung bis zu 13-fach höhere Raten an Wasserstoff herstellen als dies bisher beschrieben war.

Die mutierte Grünalge wurde auf den Namen Stm6 getauft und ist patentiert. Und sie bietet möglicherweise für die Zukunft Voraussetzungen, eine biotechnologische Nutzung von Bio-Wasserstoff aus Sonnenlicht mit Hilfe von Mikroorganismen zu realisieren. Derzeit werden in den Laboratorien in Brisbane und Bielefeld Anstrengungen unternommen, durch gezielte molekulargenetische Eingriffe die Produktionsraten weiter zu erhöhen. Der Bau erster Prototypen von Bioreaktoren ist in Zusammenarbeit mit Biotechnologen in diesem Jahr geplant.

COMPAMED.de; Quelle: Universität Bielefeld