Vom Kunststoff und Recycling Kolloquium 2005

Auf die zentrale Frage "Abfallmärkte im Wandel: Wohin steuert das Recycling?" wurde in den Vorträgen aus den jeweiligen Blickwinkeln der Akteure eingegangen. Fazit ist, dass die bisherige Marktordnung aus den Fugen geraten ist. Vor allem das werkstoffliche Recycling profitiert von den geänderten Rahmenbedingungen. Der hohe Ölpreis hat zu einer Belebung und Steigerung der Wirtschaftlichkeit beim Recycling geführt. Die Erlössituation für Recyclate ist dadurch heute besser denn je.

Mit Inkrafttreten der Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) hat sich die von vielen bemängelte Wettbewerbsverzerrung durch die niedrigen Deponiekosten aufgehoben. Die Mischkunststoffaufbereitung und Verwertung insbesondere auch im werkstofflichen Bereich sind heute wieder profitabel.

Ein Ende des verstärkten Wettbewerbs um die Rohstoffe ist nicht in Sicht. Der hohe Ressourcenbedarf vor allem in China und Indien verknappen und verteuern die Ausgangsrohstoffe in erheblichem Maße.

Reststoffe aus Altautos und Elektronikschrott sind keine Abfälle mehr, sondern wichtige Ressourcen, die es im eigenen Land zu verwerten gilt. Bislang profitiert das werkstoffliche Recycling von dieser Entwicklung leider nicht.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Thema aufgrund der noch zu erwartenden Umbrüche weiter spannend bleibt. Dessen ungeachtet hat sich in der Branche ein Stimmungswechsel vollzogen, so bewerten sämtliche Tagungsteilnehmer die Zukunft des Kunststoffrecyclings durchaus optimistisch.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT