Visualisierung erhält Kunstpreis

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Molekül-Visualisierung den hohen ästhetischen Ansprüchen des Preises genügte. In erster Linie wollen wir jedoch Pharmazeuten helfen, Krankheiten schneller zu bekämpfen“, erklärt Professor Philipp Slusallek, Computergrafik-Professor der Saar-Uni. Mitarbeiter seines Lehrstuhls haben dafür zusammen mit Informatikern des Zentrums für Bioinformatik die eigene Programmbibliothek „RTfact“ mit der Software „BALLView“ kombiniert.

Noch detailgetreuer darstellen lassen sich die Moleküle durch die Kombination mit der Programmbibliothek RTfact, die auf dem sogenannten Ray-Tracing-Verfahren basiert. So können für die dreidimensionale Struktur der Moleküle zusätzlich Beleuchtungen, Schatten und Spiegelungen berechnet werden. Darüber hinaus arbeiten die zugrunde liegenden Rechenverfahren so schnell und stabil, dass sogar eine Interaktion mit der Darstellung möglich ist. Die ausgezeichnete Visualisierung trägt den Titel „Reflections on Protein Structures“, da Reflexionen im Bild erkennbar sind. Es spiegeln sich eingefärbte, übereinanderliegende Molekülketten, sogenannte Helices. Diese definieren durch ihre spezielle räumliche Anordnung den Rezeptor für das Protein Adenosin. Durch solche Rezeptoren kann eine Zelle in ihrem Inneren auf äußere Einflüsse reagieren, ohne dass dafür potenziell schädliche Botenstoffe ihre Zellmembran durchdringen müssen.

Folgende Forscher haben an der Erstellung des mit dem Art & Science Award ausgezeichneten Bildes, das frei im Internet verfügbar ist, mitgewirkt: Anna Katharina Dehof, Daniel Stöckel, Stefan Nickels, Sabine Müller, Iliyan Georgiev, Lukas Marsalek, Philipp Slusallek, Oliver Kohlbacher, Hans-Peter Lehnhof und Andreas Hildebrandt.


COMPAMED.de; Quelle: Universität des Saarlandes