Vielen droht in Zukunft die Insolvenz

Verhindert werden könnte dies zum einen durch weitere Kostensenkungen, zum anderen durch mehr marktwirtschaftliche Elemente im Krankenhaussektor. Dies könnte allerdings dazu führen, dass bis zum Jahr 2020 jedes fünfte Krankenhaus schließen muss.

Zwar haben sich die Finanzkennzahlen des deutschen Krankenhaussektors in den vergangenen Jahren leicht verbessert. Die aktuelle wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser ist jedoch weiterhin recht heterogen. Damit die Lage zumindest stabil bleibt, sind fortwährende Anstrengungen nötig. Dies ist eines der Ergebnisse des "Krankenhaus Rating Reports 2007", den das RWI Essen, die Healthcare- Unternehmensberatung ADMED GmbH und das Institute for Health Care Business GmbH (HCB) erstellt haben. Hierzu wurden die Jahresabschlüsse von knapp 600 deutschen Krankenhäusern ausgewertet.

Wie die Studie zeigt, befinden sich zur Zeit 66% der untersuchten Krankenhäuser finanziell im sicheren "grünen", 15% im "gelben" und 19% im gefährdeten "roten" Bereich. In den nächsten Jahren kommen auf den Krankenhaussektor jedoch viele Änderungen zu.

Beispielsweise wird voraussichtlich die Anzahl ambulanter Operationen zunehmen, die Verweildauer der Patienten sinken und die öffentliche Förderung zurückgehen. Diese und weitere Faktoren würden dazu führen, dass ohne gegensteuernde Maßnahmen bis zum Jahr 2020 nur noch rund 50% der Krankenhäuser im "grünen", rund 7% im "gelben" und 44% im "roten" Bereich lägen und damit einer erhöhten Insolvenzgefahr ausgesetzt wären.

Es ist jedoch anzunehmen, dass die Krankenhäuser aktiv gegensteuern werden, um diese Entwicklung zu vermeiden. So könnte beispielsweise der derzeitige Status gehalten werden, wenn die Häuser im gelben Bereich in den kommenden sechs Jahren ihre Kosten um 0,2% senken würden. Die Krankenhäuser im roten Bereich müssten ihre Kosten hierzu zwischen 0,3 und 2% verringern.

COMPAMED.de; Quelle: Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.V