06.09.2012

Spang & Brands GmbH - kunststofftechnik für die medizin

Verschlussache – absolut sicher, steril und dicht

Zu sehen das Beutelverschlusssystem mit TPC-Kappe
Kunststoffprodukte für die Medizintechnik und Pharma-Industrie sind die Spezialität des Friedrichsdorfer Unternehmens Spang & Brands. Die Know-how-Bandbreite reicht vom Werkzeugbau bis zum anwendungsfertigen Produkt. Insbesondere in der Zweikomponenten-Spritzgießtechnik, mit speziellen Kunststoff-Abmischungen und –Kombinationen sind in 2011 und 2012 mehrere Neuentwicklungen erfolgreich abgeschlossen und im Markt eingeführt worden. Highlight unter den Spang & Brands Exponaten, auf dem COMPAMED Stand M 33 in Halle 8a, ist ein dichtes 2-K Beutelverschlusssystem mit Originalitätsnachweis, die Tamper-Proof-Cap, die beispielsweise bei Beutelsystemen zum Einsatz kommt.

Die Spang & Brands GmbH, Friedrichsdorf geht immer neue Wege bei der Entwicklung von Komponenten für die Medizintechnik und zeigt dies während der COMPAMED in Halle 8a, Stand M33. Ausgestellt ist ein Zweikomponenten-Konnektor-System, die TPC-Kappe mit Originalitätsnachweis, eine patentierte Eigenentwicklung des Unternehmens, die in mehreren Stufen innerhalb von 12 Monaten zur Marktreife gebracht worden ist.

Wenn es in der Vergangenheit keine Gewähr dafür gab, dass ein einmal angeschlossenes – und damit geöffnetes – konventionelles Beutel-Verschluss-System durch diese Anwendung seine Sterilisation verloren hat und wegen der Kontaminationsgefahr keine weitere Anwendung zulässt, so ist diesem Problem durch das beschriebene 2K-Verschluss-System von Spang & Brands ein Riegel vorgeschoben. Der ultraschallgeschweißte rote Ring am Port-Kragen bietet dem Pflegepersonal einen eindeutigen Originalitätsnachweis dafür, ob das Verschluss-System zwischen Beutel und Schlauchsystem geöffnet worden ist. „Die TPC-Kappe erfüllt zwei wichtige Kriterien. Erstens gibt sie dem Anwender Sicherheit und zeigt, dass der Port von keiner Person vorher dekonnektiert worden ist. Zweitens werden damit Kosten für eine Banderole, für Dichtungseinlagen oder für eine weitere Umverpackung des gesamten Beutel-Systems gespart, was die Herstellkosten deutlich senkt. Wir haben damit den Doppelbeutel ersetzt.“ erklärt Friedrich Echterdiek, Geschäftsführer der Spang & Brands GmbH.

Die TPC-Sicherung des Systems ist die Verbindung des roten Polykarbonat-Rings mit der Kappe aus weichem TPE. Das Bauteil wird im Zweikomponenten-Spritzgießverfahren „in einem Guss“ hergestellt. In der Spang & Brands Reinraum-Montage (Klasse 8) wird die TPC-Kappe mit dem Kragen des Ports (Polykarbonat) per Ultraschall-Schweißtechnik hermetisch verbunden und versandfertig gemacht. Diese Verbindung liefert zudem die Garantie dafür, dass sie Langzeit zu 100% dicht ist. Das TPC-Beutelverschlusssystem ist für Gamma- oder Dampf-Sterilisation ausgelegt.

Für Spang & Brands war die ergänzende Aufgabenstellung des Kunden die sichere Dichtheit des Beutel-Verschluss-Systems zu garantieren. Dies setzt voraus, dass beim Zwei-komponenten-Spritzgießverfahren ein weiches Material – in diesem Falle TPE – eingesetzt wird, das die Dichtheit zum Polykarbonat am Port-Ende erreichen soll. Primär sollte ein farblich deutlich abgesetzter Originalitätsverschluss vorhanden sein, der vom Anwender abgedreht werden muss, um das Schlauchsystem anschließen zu können und damit zwangsläufig seinen Einmalgebrauch kenntlich zu machen. „Die sterile PC / TPE Verbindung des Verschlusses funktioniert nur im 2K-Spritzgießverfahren, und die hermetische Verbindung zwischen TPC-Kappe und Port-Kragen – beide in PC – nur mit Ultraschall- oder Laser-Schweißtechnik. Zudem erfüllen alle Materialien die medizintechnischen Anforderungen einschließlich FDA-Zulassung.“ bringt es Echterdiek auf den Punkt. Die Verfahrenstechniker hatten schließlich ein Produkt realisiert, das keine wie auch immer gearteten Hilfsstoffe, Zusatzkomponenten und weiter zulassungspflichtige Klebstoffe benötigte – und drei Bauteile wurden als zwei spritzgegossen, per US-Sonotrode schließlich vereint. An verschiedenen Produkten (z.B. 2-port-Bottle Cap) hat Spang & Brands in der Vergangenheit Knowhow gesammelt, wie sich weiches TPE – unter verschiedenen Bedingungen – mit anderen Materialien verhält: „Wir verstehen TPE. Dessen Potenzial verbinden wir mit dem Potenzial anderer Kunststoffe, häufig PC oder PE, und erzielen bislang unerreichbare Produkt-Kombinationen, zudem einfacher, schneller, sicherer und kostengünstiger. Dabei ist es keine Zukunftsmusik, dass die nächste Generation des besagten TPC-Verschluss-Systems nicht mehr dreiteilig oder zweiteilig auf den Spritzgießmaschinen entsteht, sondern mit einem innovativen Werkzeug fix und fertig – absolut steril – aus einer speziellen Produktionszelle kommt.“, unterstreicht der Spang & Brands-Geschäftsführer.