Verordnung ist wirksam

In Deutschland gibt es seit zehn Jahren die Bildschirmarbeitsverordnung. Eine Studie hat nun deren Wirksamkeit untersucht. Rund 1000 Beschäftigte waren an der telefonischen Befragung beteiligt. Dabei stellte sich zunächst heraus, dass Bildschirmarbeit eine sehr hohe quantitative Bedeutung in Deutschland hat. In circa 80 Prozent aller Betriebe gibt es Bildschirmarbeitsplätze, die vorwiegend zur Dateneingabe und -bearbeitung (96 Prozent), Textverarbeitung (92 Prozent) sowie Kommunikation und Information (80 Prozent) genutzt werden. In 43 Prozent der Firmen mit Bildschirmarbeitsplätzen verbringt mindestens die Hälfte der Belegschaft 30 Stunden pro Woche oder mehr am Bildschirm.

Mehrheitlich bewerteten die befragten Betriebe den Stellenwert des allgemeinen Arbeitsschutzes als hoch. Vor allem mittlere und große Unternehmen beziehen beim Arbeitsschutz Aspekte der Bildschirmarbeit ein. Von den Beschäftigten geben 70 Prozent an, ihr Arbeitgeber achte auf gesundheitlich verträglich gestaltete Bildschirmarbeitsplätze.

Gesundheitliche Risiken im Zusammenhang mit Bildschirmarbeit sehen 44 Prozent der Unternehmen. Die meistgenannten Probleme sind Augen- und Rückenbeschwerden, Haltungsschäden und Kopfschmerzen. Jeder fünfte Beschäftigte klagt über durch Bildschirmarbeit verursachte Beschwerden. Dabei steigt die Häufigkeit mit dem wöchentlichen Arbeitsquantum am Bildschirm.

Die von der Bildschirmarbeitsverordnung verlangte Beurteilung der Arbeitsplätze durch den Arbeitgeber ist in der Hälfte der Betriebe bereits erfolgt. In drei von vier Firmen wurden dabei Ansatzpunkte für Verbesserungen gefunden und auch umgesetzt. Dadurch erreichte man zu rund 80 Prozent eine spürbare und dauerhafte Verbesserung der Arbeitszufriedenheit.

COMPAMED.de; Quelle: Fachhochschule Gießen-Friedberg