Vereinte Kräfte gegen den Wundkeim

Der Wundkeim Staphylococcus aureus verursacht weltweit die meisten im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Besonders kritisch sind dabei Infektionen durch Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA), für die es nur noch wenige Möglichkeiten der Antibiotikatherapie gibt.

In Deutschland wurde in den letzten 10 Jahren ein Anstieg der MRSA- Prävalenz von 2 % auf ca. 23 % aller Staphylococcus aureus- Isolate beobachtet. In Deutschland kommen MRSA bis zu 20-mal häufiger vor als beispielsweise in den Niederlanden, die aufgrund konsequenter und koordinierter Präventionsstrategien mit einem MRSA-Anteil von unter 1% zu den Niedrig-Prävalenzländern gehören.

MRSA kommen insbesondere in Krankenhäusern vor, werden aber in zunehmendem Maß auch außerhalb von Krankenhäusern nachgewiesen. Da die Liegezeiten häufig nicht ausreichen, um die erforderliche Sanierungsbehandlung zu Ende zu führen, verlassen jeden Tag mit MRSA besiedelte Patienten das Krankenhaus. Bei einer erneuten Krankenhausbehandlung kann der MRSA wieder auf andere Patienten übertragen werden oder zu einer Infektion führen. Die kontinuierliche und integrierte, Sektoren-übergreifende Weiterversorgung von MRSA- Patienten nach Entlassung aus dem Krankenhaus ist neben der Krankenhaushygiene und der rationalen Antibiotika-Therapie die einzige Möglichkeit MRSA in den Griff zu bekommen. Voraussetzung dafür ist ein Konzept, das alle einbezieht, die an der Versorgung von MRSA-Patienten beteiligt sind.

Aus diesem Grund wurde das grenzübergreifende Netzwerk "EUREGIO MRSA- net Twente/ Münsterland" ins Leben gerufen. Seit Juli 2005 wird die Ausbreitung von MRSA in der EUREGIO Twente/Münsterland überwacht und es werden Netzwerkstrukturen für die langfristige Reduktion von MRSA geschaffen. MRSA-net arbeitet an dem Aufbau eines deutsch-niederländischen Netzwerks, mit dem Ziel einen grenzüberschreitenden Qualitätsverbund ins Leben zu rufen.

COMPAMED.de; Quelle: Landesinstitut für den Öffentlichen Gesundheitsdienst NRW