Parkinson: Verbesserungen durch „Hirnschrittmacher“

19.06.2013

Professor Lars Timmermann von der Uniklinik Köln veröffentlicht erstmals Ergebnisse einer neuen europäischen Studie, welche die Tiefe Hirnstimulation mit einem neuartigen „Hirnschrittmacher“ bei Morbus Parkinson erforscht.

Das neuartige Gerät wurde 2010 erstmals an der Uniklinik Köln eingesetzt. „Der neuartige, aufladbare Hirnschrittmacher erlaubt eine extrem genaue Stromverteilung, die es den Ärzteteams ermöglicht, den Effekt für die Patienten erheblich zu optimieren und dabei Nebenwirkungen zu vermeiden“, berichtete Timmermann, Leiter des Schwerpunktes Bewegungsstörungen an der Neurologischen Klinik der Uniklinik Köln,.

Unter der Leitung des Neurologen unterzogen sich insgesamt 40 Patienten mit Morbus Parkinson in Deutschland, England, Italien, Frankreich, Österreich und Spanien einer „Hirnschrittmacher-Operation“. Die Patienten waren im Durchschnitt 60 Jahre alt und ohne Medikamente bereits schwer durch den Morbus Parkinson beeinträchtigt. Alle Patienten bekamen durch speziell geschulte Ärzteteams aus Neurologen und spezialisierten Neurochirurgen einen neuartigen wiederaufladbaren Hirnschrittmacher implantiert, der – anders als bisherige Systeme – über bis zu acht Kontakte auf jeder Seite des Gehirns unterschiedliche Strom-Impulse abgeben kann (sogenanntes „Current Steering“).

Timmermann und Kollegen zeigten nun, dass bereits drei Monate nach der Operation eine erhebliche Verbesserung der Beweglichkeit zu bemerken war – nach sechs Monaten waren die Patienten zu 62 Prozent besser beweglich als vor der Operation. Ähnlich starke Verbesserungen konnten die Ärzte bei den Aktivitäten des täglichen Lebens nachweisen. Die Lebensqualität der Patienten verbesserte sich nach sechs Monaten um mehr als 30 Prozent. Damit waren insbesondere die Verbesserungen der Motorik deutlich besser als in allen bislang durchgeführten Studien zu Hirnschrittmachern bei Morbus Parkinson.

Die beobachteten Nebenwirkungen dagegen waren mit vorangegangenen Studien vergleichbar. „Bereits bei vielen einzelnen Parkinson-Patienten haben wir mit diesem neuartigen Hirnschrittmacher klinisch sehr gute Ergebnisse erzielen können. Wir freuen uns, dass diese aus der Grundlagenforschung abgeleiteten Prinzipien nun klinisch eingesetzt werden können. Die VANTAGE Studie (VANTAGE-Studie = Vercise Implantable Stimulator for Treating Parkinson’s Disease) hat nun eine klare klinische Verbesserung nicht nur in der Beweglichkeit unserer Patienten erbracht, sondern insbesondere auch die Lebensqualität unserer Patienten im nicht gekannten Ausmaß verbessert“, so Timmermann.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Köln