Variable Sehhilfen für Industrieroboter

Photo: A woman holds a magnifying glass in front of her eye

Die Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena wollen einen optischen Sensor entwickeln, der nicht nur eine Art von Bauteil erkennt, sondern sich auch bei Bedarf umprogrammieren lässt und der noch dazu so Platz sparend ist, dass er in einem Greifarm Platz findet. "Der nachgeschaltete Computer, wie er bei den jetzigen Sensorkonstruktionen üblich ist, soll wegfallen. Die Prozession der Daten soll direkt unter der Sensorfläche stattfinden", erklärt Prof. Dr. Dietmar Fey.

Das neue Verbundprojekt "PIXSTACK" baut auf vorangegangenen Arbeiten der Projektpartner auf. So ist es ihnen bereits gelungen, Sensorchips zu entwickeln, die die Kanten der Bauteile erkennen. "Bisher wird die Information jedoch noch Zeile für Zeile ausgelesen und die Verarbeitung der analogen Bilddaten in digitale Daten erfolgt in nebenan befindlichen Schaltkreisen", erklärt Prof. Fey.

Im neuen Chip sollen diese Schaltkreise direkt unter dem Sensor, also dem Auge, angebracht werden. Und jedem Bildpunkt (Pixel) wird ein Prozessorelement untergeordnet. "Wir ändern die Architektur des Chips, er wird dreidimensional aufgebaut, um das Bauteil kleiner zu machen", nennt Fey ein Ziel. Damit wird ein Teil der Datenverarbeitung in den Chip verlagert, das beschleunigt letztendlich den "Sehprozess" des Greifarms.

Weiterhin sollen die Roboter mit dem neuen Stapelchip-Auge nicht nur immer ein und dasselbe Bauteil rasch und sicher erkennen, sondern auch andere Bauteile. Dazu muss sich das Auge umprogrammieren lassen. "Daran arbeiten wir", erklärt der Jenaer Professor für Technische Informatik. Gelingt es den Projektpartnern, einen umprogrammierbaren Stapelchip zu konstruieren, können die Greifarme künftig flexibler im Produktionsprozess eingesetzt werden.

COMPAMED.de; Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena