Unterwegs mit der MS Wissenschaft

Die Reise des umgebauten Binnenfrachtschiffs begann am Donnerstag, den 19. Mai in Stuttgart und wird bis zum 29. September dauern. Die Ausstellung ist in 35 deutschen Städten zu sehen. Auch ein Abstecher in die österreichische Hauptstadt Wien ist geplant. "Neue Wege in der Medizin" lautet das Motto der Veranstalter "Wissenschaft im Dialog" im diesjährigen Jahr der Gesundheitsforschung. Unterstützt werden sie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF und dem österreichischen Wissenschaftsfond FWF.

Die Besucher können beim Exponat des Fraunhofer-Instituts für Bildgestützte Medizin MEVIS in Bremen die Funktionen von Nervenfasern im Gehirn selbst erkunden. Sie sehen, welche Nervenbahnen bestimmte Gehirnregionen, die etwa für Sprechen, Sehen oder Bewegung zuständig sind, miteinander verbinden. Die MEVIS-Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, das es ermöglicht, den Verlauf von Nervenfaserbahnen im Gehirn auf der Basis spezieller magnetresonanztomographischer Aufnahmen patientenindividuell zu rekonstruieren. Neurochirurgen erhalten so verlässliche Informationen für die möglichst sichere Durchführung einer Gehirnoperation.

Einen Besuch wert ist auch der Flipper, der ohne Hände funktioniert. Die Kugel wird allein durch Muskelzucken bewegt – den Rest erledigt eine intelligente Elektronik. Dazu werden dem Spieler Sensoren auf den Unterarm geklebt, die die Muskelanspannung registrieren. So steuert er, ohne Knöpfe drücken zu müssen, mit der Kraft seiner Gedanken willkürlich die Kugel. Die Technologie der Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart wurde für Prothesenträger entwickelt.

Weitere Neuerungen sind eine Kamera zum Schlucken, die nach dem Verschlucken per Funk Bilder aus der Speiseröhre, dem Dünndarm und dem Dickdarm liefert, was deutlich angenehmer ist als bisherige Magenspiegelungen. Vorgestellt wird auch ein neuer Mikrofluidikchip, der eine Blutprobe des Patienten auf eine Krebserkrankung untersucht, um den Tumor möglichst frühzeitig zu entdecken.


COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft