So werden die Gesamtkosten der Migräne in Deutschland für 2004 auf 879 Millionen Euro geschätzt, davon 850 Millionen Euro indirekte Kosten durch Arbeitsplatz- und Produktivitätsausfall. "Die Behandlung von Kopfschmerzpatienten stützt sich auf eine Vielzahl von wissenschaftlich fundierten Behandlungsleitlinien der Fachgesellschaften. Zunehmend kommen aber Zweifel auf, ob diese evidenzbasierten Behandlungsformen im klinischen Alltag eines niedergelassenen Arztes in Deutschland auch problemlos angewandt werden können", sagt Doktor Arne May, Präsident der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).

Betroffene Patienten und auch ihre Ärzte beklagen zunehmend, dass die Kosten für eine sinnvolle Therapie nicht mehr, oder unter erheblichen Restriktionen, von der gesetzlichen und privaten Krankenkasse erstattet werden. Die aktuelle Versorgung von Kopfschmerzpatienten im niedergelassenen Bereich ist geprägt durch Pauschalen und Budgets. Die Sozialgesetzgebung hat im Bereich der ambulanten Medizin durch eine der höchsten Regelungsdichten zu einer deutlichen Begrenzung der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten auch im Bereich der Kopfschmerzbehandlung geführt.

Nicht-medikamentöse Verfahren zur Kopfschmerztherapie werden überwiegend nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung finanziert. Hauptverantwortlich für die Unterversorgung sind laut der DMKG die gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen, die vor allem das Verordnungsverhalten der verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten einschränken.

Es bleibt abzuwarten, ob neue Versorgungsstrukturen wie zum Beispiel die Integrierte Versorgung oder eine Stärkung der ambulanten Schmerztherapie auch wirklich zu einer verbesserten Lebensqualität von Kopfschmerzpatienten führen.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft