Ultraschall verbessert Früherkennung

Die Karzinom-Nachweisquote bei der röntgenologischen Mammografie hingegen liegt bei 56 Prozent. Die Ultraschalluntersuchung der weiblichen Brust durch den Frauenarzt muss deshalb Bestandteil der Brustkrebsfrüherkennung bleiben, fordern Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren haben heute im Rahmen von Reihenuntersuchungen Anspruch auf eine Röntgenuntersuchung der Brust. "Die Mammasonografie ist dennoch als gleich- und nicht nachrangige Methode zur Mammografie zu betrachten", betont Professor Eberhard Merz vom Vorstand der DEGUM. Ohne Zweifel stelle das Mammografie-Screening einen großen Fortschritt in der Frühdiagnostik des Brustkrebses dar, so der Frauenarzt. "Es darf aber nicht der Eindruck entstehen, als löse die Röntgenuntersuchung allein das Problem der Brustkrebsfrüherkennung", so Merz weiter.

Die Mammasonografie spüre auch nicht-tastbare Tumore auf. Bei Frauen mit einer hohen Brustdichte im Röntgenbild - unter den Frauen europäischer Herkunft sind dies mehr als die Hälfte - hat der Brustultraschall nach Einschätzung von Merz sogar eindeutige Vorteile gegenüber der Mammografie: "Mit leistungsstarken Geräten werden viele Tumore entdeckt, die bei der Mammografie nicht erkennbar sind."

Medizinischer Ultraschall biete sich deshalb auch zur Abklärung unklarer Befunde an. In einer aktuellen Studie entdeckt die Sonografie 15 Prozent der mammografisch nicht erkannten Tumoren in der Brust. Weitere Einsatzgebiete sieht der Experte in der Nachsorge der Krebspatienten. Die Ultraschalluntersuchung könne hier eingesetzt werden, um Narben in der Brust oder vergrößerte Lymphknoten in der Achselhöhle zu beurteilen oder um das Gewebe um Brustimplantate zu prüfen. Voraussetzung für den Erfolg der Sonografie ist laut Merz neben einer guten technischen Ausstattung auch die Erfahrung der Ärzte.

COMPAMED.de; Quelle: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften