Foto: Abbildung eines Mikroscannerspiegels
Die Sendefaser leitet das Laserlicht
an den Mikroscannerspiegel weiter;
© Fraunhofer IPMS

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden wollen die Krebsdiagnose beschleunigen. Ermöglichen soll dies ein neu entwickelter Mikroskopkopf, der einen Durchmesser von acht Millimetern hat. Er kann Gewebezellen mit einer Größe von nur zehn bis 20 Mikrometern optisch auflösen und darstellen.

Eingepasst in die Spitze eines Endoskops lässt er sich künftig für die in-vivo-Krebsdiagnose nutzen und wie bei einem minimalinvasiven Einsatz in den Körper einführen. Die Vision der Wissenschaftler: Der MEMS-basierte Mikroskopkopf, kurz für Micro Electro Mechanical Systems, soll Biopsien überflüssig machen. Durch eine „Diagnose in Echtzeit“ könnten Mediziner sich rasch für die notwendige Therapie entscheiden.

Und so funktioniert das System: Laserlicht wird über eine Sendefaser an den in der Endoskopspitze angebrachten Mikroscannerspiegel weitergeleitet. Dieser lenkt den Laserstrahl ab und beleuchtet das verdächtige Gewebe punktuell. Ein in der Endoskopspitze montiertes Glasfaserbündel überträgt das reflektierte Licht an den externen Sensor. Dieser erhält so ein Signal mit der Bildinformation. Ein Detektor misst die Position des Scannerspiegels präzise. So lässt sich bestimmen, welcher Bereich der Szene gerade ausgeleuchtet wird. Durch das Zusammenführen von Positions- und Bildsensorsignal können Mediziner das zweidimensionale Bild vollständig rekonstruieren.

„Ein wichtiger Punkt der Entwicklung war eine geeignete Mikromontage für den Endoskopkopf. Dabei standen wir vor der Herausforderung, das komplette System für den Einsatz im Endoskop montagefähig zu machen. Dies ist uns gelungen. Zukünftig soll unser Mikroskopkopf in größeren Stückzahlen automatisiert fertigbar sein und sich dann in Endoskope einbauen lassen“, sagt Doktor Michael Scholles, Geschäftsfeldleiter am IPMS.

Der Experte sieht ein breites Anwendungsspektrum für das System, etwa in der medizinischen und biologischen, aber auch in der technischen Endoskopie.


COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS