Triclosan gehört nur in Klinik und Arztpraxis

Triclosan ist ein biozider Wirkstoff und Bestandteil von Desinfektionsmitteln, die in Arzt- und Zahnarztpraxen sowie in Krankenhäusern eingesetzt werden. Dort ist diese Anwendung auch sinnvoll und nützlich, um die Übertragung von Krankheitskeimen zu verhindern. Doch der zunehmend breite Einsatz könnte nicht nur bewirken, dass die Mikroorganismen vermehrt gegen den Wirkstoff Triclosan resistent werden. Der ausgebildete Resistenzmechanismus kann die Keime auch gegen therapeutisch eingesetzte antimikrobiell wirkende Substanzen und Antibiotika unempfindlich machen.

"Triclosan sollte daher nur in Kliniken und Arztpraxen eingesetzt werden", fordert BfR- Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. "Dort ist die Anwendung aus hygienischen Gründen notwendig. Im Alltag genügen hingegen Wasser und Seife oder konventionelle Reinigungsmittel, um den gleichen Effekt zu erzielen."

Die Zahl der Produkte, die das Biozid Triclosan enthalten, hat sich in den letzten Jahren sprunghaft erhöht. Anders als in Desinfektionsmitteln für den ärztlichen Bereich ist Triclosan in verbrauchernahen Produkten niedrig dosiert. Diese niedrigen Konzentrationen reichen häufig nicht aus, um bakterielle Krankheitserreger abzutöten. Dagegen erhöht sich der Selektionsdruck: Erreger, die eine Resistenz gegen Triclosan ausgebildet haben, vermehren sich stärker als die nicht resistenten Erreger der gleichen Spezies.

Im Fall von Triclosan bewirkt eine sich ausbildende Resistenz der bakteriellen Erreger, dass diese auch gegen andere antimikrobielle Substanzen und Antibiotika unempfindlich werden. Somit könnte der mannigfaltige Einsatz von Triclosan im Alltag dazu beitragen, dass sich vermehrt Kreuzresistenzen ausbilden. Krankheitserreger würden dann nicht nur unempfindlich gegen Triclosan, sondern auch gegen antimikrobielle Substanzen und Antibiotika wie Chinolone und Tetrazykline, die in der Therapie beim Menschen eingesetzt werden.

COMPAMED.de; Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)