Foto: Mikropartikel aus Albumin
Mikropartikel als Trägermolekül in
der Krebstherapie; © FZD

Das Forschungszentrum Dresden-Rossendorf (FZD) arbeit an Mikropartikeln aus dem Eiweißstoff Albumin, die als Trägermoleküle für radioaktive Substanzen eingesetzt werden sollen. Zwei radioaktive Isotope eignen sich hierfür besonders gut: Yttrium-90 und Luthetium-177. Sie können aufgrund ihrer physikalischen Eigenschaften zur Therapie von Krebs verwendet werden. Die große Herausforderung besteht für die Forscher darin, das jeweilige Radionuklid absolut stabil mit dem Trägermolekül zu verbinden, so dass die radioaktive Dosis nur in der Umgebung der Krebszellen abgegeben wird.

Versieht man Mikropartikel mit dem Nuklid Yttrium-86, so lässt sich der Weg der radioaktiven Mikropartikel in kleinen Versuchstieren genau verfolgen. Die ersten Versuche hiermit waren sehr ermutigend, denn auch 48 Stunden nach der Injektion saßen die radioaktiven Partikel an ein und derselben Stelle im Körper fest. Weitere Versuche können nun mit radioaktiven Mikropartikeln, die mit einem Therapienuklid versehen sind, folgen.

Albumin als Ausgangssubstanz für die Mikropartikel ist biokompatibel und baut sich in biologischer Umgebung ab, so dass eine mehrfache Therapie damit möglich wäre. Das Albumin muss allerdings chemisch verändert werden, damit es die Radionuklide festhalten kann. Die Gruppe von Doktor Hans-Jürgen Pietzsch vom Institut für Radiopharmazie des FZD wählte dafür ein spezielles Molekül, das sich dadurch auszeichnet, dass es sehr gut an Radionuklide und gleichzeitig auch an Biomoleküle bindet.

Derzeit erforschen Wissenschaftler, inwieweit Albumin als Trägermolekül für das Therapienuklid Luthetium-177 geeignet ist. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zu einem späteren Krebsmedikament. Das könnte dann mit einem Katheter zum Beispiel in die Leber injiziert werden, und zwar genau in die Arterien, die den Tumorherd mit Blut versorgen. Dort sollen die radioaktiven Mikropartikel die Krebszellen durch die hohe Dosis direkt vor Ort abtöten.

COMPAMED.de; Quelle: Forschungszentrum Dresden Rossendorf