Therapie-Roboter "Lokomat" hilft


Vereinfacht dargestellt, besteht der "Lokomat" aus einem Laufband und einem robotergesteuerten Gerät mit Stütz- und haltungskorrigierender Funktion, der so genannten Orthese. Mit dieser Orthese werden über einen Computer die Beine der Patienten gesteuert.

Der Lokomat wird eingesetzt bei Patienten u.a. mit Bewegungsstörungen durch Cerebralparese ("cerebrale Kinderlähmung"), Querschnittslähmung, Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Über eine Rampe ist der Lokomat auch mit dem Rollstuhl zugänglich. Auf dem Laufband übt der Patient den flüssigen Bewegungsablauf des Gehens, der Roboter führt dabei die Beine, angepasst an die zu lernenden Bewegungsmuster, die Fähigkeiten und die Größe der Patienten. Auch Kinder ab drei Jahren können damit schon therapiert werden. Derzeit gibt es solche Therapie-Geräte für diese Patientengruppe in nur fünf Zentren deutschlandweit. Betrieben wird der Lokomat vom "Ganglabor Walstedde" aus Drensteinfurt, mit dem das UKM eng kooperiert.

"Gehen ist ein hochkomplexer Vorgang. Durch die Therapie können im motorischen Gehirnareal neue "Verschaltungen" ausgelöst werden, die den Patienten dabei helfen, wieder das Gehen zu erlernen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen sind dadurch nachhaltige Fortschritte erreichbar", erklärt Dr. Andreas Sprinz, Geschäftsführer und Ärztlicher Leiter des Ganglabors Walstedde.

Beim Lokomat reagiert eine hoch spezialisierte Robotersensorik auf jede Bewegung der Patienten. Speziell geschulte Therapeuten begleiten die Behandlung. Individuell wird der Lokomat auf jeden Patienten eingestellt hinsichtlich Größe, Gewicht und Leistungsspektrum. Das Trainingsprogramm unterscheidet sich von Patient zu Patient und ermöglicht auch positives Feedback. Sprinz: "Jeder Bewegungsablauf wird dokumentiert und ausgewertet. Durch graphische Darstellungen können auch die erreichten Fortschritte deutlich gemacht werden."

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Münster