Test für Lungenerkrankungen


Dabei wird ein Protein im Lungensekret gemessen, das an der Entstehung der Lungenschäden beteiligt ist. Mit Hilfe des Tests können die krankhaften Prozesse des Lungenumbaus erkannt und überwacht werden.

Die Wissenschaftler um Professor Marcus Mall, Leiter der Sektion Pädiatrische Pneumologie und Allergologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg, stellen eine neue Testmethode für die Aktivitätsmessung des Proteins Matrixmetalloproteinase 12 vor. MMP12 ist ein Enzym, das an der Entstehung der Lungensieüberblähung (Emphysem) beteiligt ist. Zigarettenrauch und andere Reizstoffe aktivieren Immunzellen in der Lunge, die das Fremdmaterial beseitigen sollen. Eine chronische Exposition führt zu entzündlichen Prozessen in der Lunge.

MMP12 wird von Makrophagen produziert und löst die Zwischenzellsubstanz auf, die die Zellen umgibt und zusammenhält. Dieser Prozess ist normalerweise vor allem für die Wundheilung wichtig. Kommt es durch eingeatmete Reizstoffe zu einer wiederholten Stimulation der Makrophagen, produzieren diese übermäßig MMP12. Das Enzym zerstört die feinen Strukturen der Lungenbläschen, in denen der Sauerstoffaustausch mit der Luft stattfindet, und führt damit zur Ausbildung eines Emphysems.

"Wir haben eine diagnostische Technik entwickelt, die es uns ermöglicht, die MMP12 Aktivität in spezifischen Zellen nachzuweisen. Die Forscher entwarfen eine spezielle Floureszenzsonde, die die MMP12 Aktivität in Makrophagen bestimmen kann, indem die aufgenommene Floureszenzmenge gemessen wird.

Untersucht wurden die Lungenspülproben von Mäusen mit einer entzündlichen Lungenerkrankung. Die MMP12 Aktivität in den Makrophagen dieser Tiere war tatsächlich erhöht. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Test in Zukunft auch bei Patienten angewendet werden kann.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg