Strom sparen und schmelzen

Stahl schmelzen ist ein Industrieprozess mit sehr hohem Energieverbrauch. Jede Effizienzsteigerung spart in der Summe große Energiemengen und verbessert damit auch die Energiebilanz der weiterverarbeitenden Industrien. Beim Stahlschmelzen in Elektrolichtbogenöfen hatte sich seit Jahren das Strom sparende Schaumschlacken-Verfahren für viele Stahlsorten durchgesetzt. Nur bei hochchromhaltigen nichtrostenden Edelstählen gelang es bisher nicht.

Auch für diese Stahlsorten wurde jetzt in einem Forschungsprojekt ein derartiges Verfahren entwickelt und erfolgreich in einem Betriebsversuch erprobt.

In Deutschland werden derzeit etwa 70 Prozent des Stahls in großen integrierten Hüttenwerken mit dem Oxygenverfahren produziert und etwa 30 Prozent in kleineren Elektrostahlwerken hergestellt. Hierbei werden überwiegend Elektrolichtbogenöfen eingesetzt. Einer dieser Öfen verbraucht etwa so viel Strom wie eine Kleinstadt.

Trotzdem weist der hier erzeugte Stahl vergleichsweise günstige Primärenergiekennwerte auf und der Anteil des Elektrostahls an der deutschen Stahlproduktion insgesamt wächst. Um in diesen Öfen Stahl energieeffizienter schmelzen zu können, soll der Verbrauch von Strom und Reduktionsmitteln möglichst gesenkt werden.

Dabei hat sich das Schaumschlackenverfahren bewährt, bei dem sich auf der Oberfläche der flüssigen Stahlschmelze eine Schlacke bildet, die überwiegend aus aufgestiegenen Gasen besteht. Diese Schlacken senken unter anderem die Wärmeverluste, beschleunigen den Schmelzprozess und schonen die feuerfeste Ausmauerung des Ofens. Künftig ist das auch beim Schmelzen hochchromhaltiger Edelstähle möglich. Der Betriebsversuch ergab Einsparungen von fünf Prozent Strom und mehr als zehn Prozent Reduktionsmitteln.

COMPAMED.de; Quelle: Fachinformationszentrum Karlsruhe