Strahlenbelastung soll weiter sinken

Laut Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) wurden 2004 rund 135 Millionen radiologische Untersuchungen vorgenommen. Das entspricht rund 1,6 Untersuchungen pro Einwohner. "Wir beobachten dabei mit Sorge, dass für Untersuchungen mit dem Computertomographen, beispielsweise bei den so genannten Manager-Check-Ups, zunehmend geworben wird", sagte Gabriel. Vor allem diese verstärkte Anwendung der dosisintensiven Computertomographie (CT) sei für die hohe durchschnittliche Strahlenbelastung in Deutschland verantwortlich.

Gabriel weiter: "Der Nutzen von Röntgendiagnostik muss deutlich größer als ihr Risiko sein. In der Röntgenverordnung ist daher festgelegt, dass jede einzelne Strahlenanwendung vorher ärztlich gerechtfertigt sein muss." Bei dem Manager-Check-up, der fälschlicherweise als Früherkennung oder Vorsorge ausgegeben wird, sei das nicht der Fall.

In den Jahren 1196 bis 2004 hat das Bundesamt für Strahlenschutz einen Anstieg der dosisintensiven CT um 65 Prozent festgestellt. Auch wenn der Anteil der CT an der Gesamthäufigkeit aller Röntgenuntersuchungen im Jahre 2004 mit sieben Prozent gering erscheint, so schlägt er sich doch in einer hohen Strahlenbelastung nieder: Mehr als die Hälfte der gesamten Strahlendosis durch röntgendiagnostische Maßnahmen in der Bevölkerung werden durch CT verursacht.

König: "Röntgenuntersuchungen gehören nicht in eine Vorsorgeuntersuchung. Sie sollen nur durchgeführt werden, wenn sie zu diagnostischen Aussagen führen, die Folgen für die Art der Behandlung haben. Darüber hinaus ist stets zu überlegen, ob mit alternativen Verfahren ohne Anwendung von Röntgenstrahlen, zum Beispiel der Sonographie, Endoskopie oder MRT, nicht gleichwertige oder sogar bessere diagnostische Informationen gewonnen werden können."

COMPAMED.de; Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz