Stoffe auf beliebigen Oberflächen entdecken

Anstoß zu dem neuen Verfahren gaben Tonnen von Gammelfleisch. Für eine umfassende Überwachung im Lebensmittelhandel braucht es nämlich zuverlässige Messverfahren, mit denen man große Mengen an Proben schnell und kostengünstig analysieren kann. Das könnte auch für Mediziner und Dopingfahnder interessant sein. Die Gruppe von Renato Zenobi, Professor für Analytische Chemie am Laboratorium für Organische Chemie der ETH Zürich, hat ein Verfahren entwickelt, das diese Anforderungen erfüllt.

Für die neue Analysemethode hat man ein bekanntes Verfahren weiter entwickelt. Es basiert auf einem Quadrupol-Time-of- Flight-(QTOF) Massenspektrometer. Üblicherweise werden Proben für die QTOF- Massenspektrometrie als Lösung zugeführt, die durch ein zugeführtes Gas vernebelt wird. Aus den winzigen Tröpfchen entstehen charakteristische Ionen, die das QTOF-Gerät misst.

Die Zürcher Forscher haben das Prinzip abgeändert: Untersucht werden nicht mehr die Substanzen in der Lösung, sondern die Stoffe, die sich im Gas befinden: Aus einer kleinen Düse Stickstoff wird auf eine Probenoberfläche geblasen. Wenn das Gas auf die Oberfläche trifft, nimmt es dort halbflüchtige Stoffe auf. Der so "angereicherte" Gasstrom wird dann in das Massenspektrometer geführt, wo die aufgenommenen Stoffe mit hoher Präzision analysiert werden können.

"Außergewöhnlich an unserem Ansatz ist, dass auch Oberflächen von Lebewesen untersucht werden können. Die Messung einer einzelnen Probe dauert nur wenige Sekunden ", so Zenobi. Im Falle der Fleischproben konnten die Wissenschaftler sogar zeigen, dass das Probematerial nicht einmal aufgetaut werden muss. In weiteren Versuchen konnten auch Spuren von Nikotin, Kaffee und Sprengstoff auf der Haut von Probanden nachgewiesen werden.

COMPAMED.de; Quelle: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)