Statement zur COMPAMED 2016 von Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH

Foto: COMPAMED in Düsseldorf - die Nr. 1 für Medizintechnik-Zulieferer

Ein Blick auf aktuelle Themen, Trends und Neuheiten

22.08.2016

Welche Fortschritte bringt die Zukunft für die Medizin? Diese Frage zählt wohl zu spannendsten überhaupt und sie findet jedes Jahr ein sehr gutes Stück weit Beantwortung durch das Zusammenspiel der weltweit führenden Medizinmesse MEDICA und der parallelen COMPAMED, der internationalen Nr. 1 Branchenplattform für die Zulieferer der Medizintechnik-Industrie. Auch in diesem Jahr wird es sich vom 14. bis 17. November in Düsseldorf wieder zeigen: Bereits die Entwicklungen der Zulieferer können für eine bessere ambulante und klinische Versorgung von enormer Tragweite sein.

Ein Blick auf aktuelle Trends und Produktneuheiten liefert dafür zahlreiche Beispiele. Grundsätzlich ist immer kleinere und kostengünstigere Medizintechnik gefragt und in immer mehr Fällen mit „Vernetzungsoption“. Anbieter benötigen von den Zulieferern entsprechend immer feinere, leichtere und doch zugleich leistungsfähigere Komponenten, Bauteile, Chips, Funkmodule oder etwa auch passende Energie- sowie Datenspeicher. Außerdem gewinnen die Auftragsfertigung und das Outsourcing von Dienstleistungen zu allen Prozessketten-Elementen (u. a. Entwicklung, Produktion, Lieferketten-Management, Qualitätsmanagement, Ersatzteil-Handling) weiter an Bedeutung. Denn gleich ob es sich bei den Kunden aus der Medizintechnik-Industrie um Großkonzerne oder kleine Familienunternehmen handelt, die Zulieferer bieten sich ihnen als kompetente Partner an.

Im Sinne optimaler Prozesse hinsichtlich der Entwicklung, Fertigung und Vermarktung von medizintechnischen Geräten ist demnach ein eng abgestimmtes Vorgehen angesagt. Deshalb favorisieren die nunmehr gut 800 Aussteller die COMPAMED, weil sie hier auf die richtigen „Profis vom Fach“ treffen. Dafür stehen vor allem die fast 5.000 Aussteller der zeitgleich stattfindenden MEDICA, denn sie repräsentieren die (potenziellen) Kunden der Zulieferer. Mit ihrem speziellen Profil spricht die COMPAMED in den Hallen 8a + 8b des Düsseldorfer Messegeländes dabei vorrangig Technische Einkäufer, Spezialisten aus den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Verpackung, Produktionsleiter, Konstrukteure oder etwa auch Verfahrensingenieure an. Für den internationalen Stellenwert spricht dabei, dass 60 Prozent der zuletzt 18.800 Fachbesucher der COMPAMED aus anderen Nationen als Deutschland anreisten.

Produktentwicklung unter dem Einfluss der Digitalisierung

Die fortschreitende Digitalisierung im Bereich der Gesundheitsversorgung prägt derzeit maßgeblich auch das Geschehen rund um die medizintechnische Produktentwicklung. Vielfach rückt sogar die Hardware eher in den Hintergrund, liefert nur noch die Rechnerleistung und die wesentlichen Innovationen spielen sich auf dem Gebiet der Software ab. Mobile App-basierte Lösungen für die medizinische Bildgebung oder aber für kardiologische Anwendungszwecke sind ausgewählte Beispiele dafür. Ob Hightech-Ultraschallkopf oder Sensoren zum Erfassen von Vitaldaten – im Handumdrehen entstehen daraus durch den Anschluss an ein Smartphone oder Tablet-PC voll taugliche Gerätelösungen für viele medizinische Einsatzzwecke.

Für derartige Innovationen laufen Zulieferer, wie sie sich bei der COMPAMED präsentieren, zur Höchstform auf. Mit der Digitalisierungs- und Vernetzungsthematik beschäftigen sie sich intensiv. Das Ergebnis sind Neuheiten „nach Maß“, je nach Kundenwunsch mit unterschiedlicher Entwicklungstiefe. Das betrifft etwa Benutzerschnittstellen und die Menü-Führung medizinischer Geräte und Systeme. Dazu zählen passende Touchscreens, Displays oder auch komplexe Elektronik zur kabellosen Übertragung von Daten. Besonders im Trend bei den Kunden aus der Medizintechnik-Industrie liegen einheitliche Bedien- und Steuerungskonzepte für mehrere Systeme unterschiedlicher Baureihen. So müssen sich medizinische Anwender unabhängig von der jeweiligen Funktionalität nicht groß umstellen, wenn sie geräteübergreifend arbeiten.

Augenfällig sind die großen Vorteile, die sich aus der Digitalisierung in Kombination mit voranschreitender Miniaturisierung ergeben auch auf dem Gebiet der Labormedizin. Bei Blutuntersuchungen ersetzt heute ein handliches „Point-of-Care“-Gerät, das direkt am Patientenbett zum Einsatz kommen kann, ein ganzes Krankenhauslabor. Und dank auch des Knowhows der Zulieferer und von Forschungseinrichtungen, die sich ebenfalls an der COMPAMED als Aussteller beteiligen, sind weitere große Fortschritte zu erwarten.

Beispiel Mikroskopie: In kleinen Laboren werden vielfach Proben noch mit hohem Personaleinsatz quasi „per Hand“ und geschultem Auge analysiert. Denn entweder sind Laborautomaten nur auf sehr spezielle Untersuchungen abgestimmt oder aber sie sind schlicht zu teuer, wenn sie ein breiteres Analysespektrum abzudecken haben. Auf Basis neuester Erkenntnisse über das unterschiedliche Leuchtverhalten krankhaften Gewebes lassen sich mittlerweile jedoch für immer mehr Fragestellungen vergleichsweise günstige, automatisierte Scanning-Verfahren entwickeln. Bei der letztjährigen COMPAMED sorgte beispielsweise eine neuartige Applikation für die Diagnose von Prostatakrebs für reichlich Gesprächsstoff.

Klein, fein, leistungsstark

Doch nicht nur für die Labormedizin sind die Zulieferer-Innovationen von enormem Nutzen. Das gilt etwa auch in Bezug auf Instrumente für minimalinvasive Eingriffe. Ausgewählte Neuheiten unterstreichen die Komplexität heutiger chirurgischer Werkzeuge. Jüngst wurde von einem COMPAMED-Aussteller ein MRT-taugliches Mikroendoskop mit Ultraschallfunktion vorgestellt – gleichermaßen nutzbar für Diagnose- sowie Therapiezwecke. Der integrierte Endoskopkopf misst nur wenige Millimeter, ist mit zwei Lichtleitern und einem Ultraschallwandler ausgestattet, so dass damit sogar auf Basis akustischer Wellen Tumorzellen zerstört werden können. Auch der bei der COMPAMED stark vertretene Bereich neuer Materialien für die medizinische Fertigung trägt seinen Teil zu dieser Innovation bei. Denn das Endoskop besteht teils aus Keramik und teils aus Kunststoff, damit es bei der MRT-Bildgebung nicht zu Störungen kommt. Gedacht ist das neue Instrument mit seinen Hightech-Komponenten für Untersuchungen im Gehirn bei Alzheimer, Parkinson oder Krebserkrankungen.

Komplette Prozesskette im Fokus der Fachmesse und Foren

Das Messeangebot der COMPAMED (in den Hallen 8a + 8b) umfasst insgesamt die folgenden Schwerpunkt-Bereiche: Komponenten für Medizintechnik (u. a. Elektronik, Bauteile, Schläuche, Filter, Pumpen, Ventile), Materialien/ Werkstoffe, Mikro- und Nanotechnologie, Auftragsfertigung „Electronic Manufacturing Services“ (EMS), komplexe Herstellungs- und Ausrüstungspartnerschaften (z. B. OEM – Original Equipment Manufacturer) sowie Verpackungen und Dienstleistungen.

In Kombination mit der weltgrößten Medizinmesse MEDICA 2016 wird demnach an einem Ort zu einem Zeitpunkt die gesamte Wertschöpfungskette für Medizintechnik thematisiert – vom einzelnen Bauteil über Messverfahren zur Qualitätsprüfung bis zum steril verpackten Endprodukt. Diese aufeinander abgestimmte Messe- und Themenkombination ist weltweit einzigartig und ein wesentlicher Erfolgsfaktor beider Veranstaltungen.

Mit Bezug dazu thematisieren auch zwei Foren relevante Medizintechnik-Zuliefertrends. Das COMPAMED HIGH-TECH FORUM (Halle 8a) des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik legt dabei den Schwerpunkt auf Mikrosystemtechnik, Nanotechnologien sowie Produktionstechnik und Prozesssteuerung. Trends wie Wearables, Sensoren oder gedruckte Elektronik spiegeln sich im Programm dieses Forums. 

Beim COMPAMED SUPPLIERS FORUM der Fachzeitschrift DeviceMed (Halle 8b) referieren Spezialisten international führender Unternehmen und Organisationen unterdessen über aktuelle Entwicklungen entlang der gesamten Prozesskette, die die Medizintechnik betreffen. Sämtliche Disziplinen sind hier vertreten von kostengünstigen Einwegprodukten bis hin zu aufwändigen Implantaten. Ein alljährlicher Höhepunkt ist hierbei die Verleihung der DeviceMed-Awards, die in verschiedenen Kategorien besondere Leistungen und Neuheiten der Medizintechnik-Zulieferer prämieren.

Weiter Auftrieb geben dürfte der COMPAMED das im Vorjahr geänderte Laufzeitkonzept. Seit 2015 findet die COMPAMED an vier Veranstaltungstagen statt (nicht wie bisher an drei) und läuft damit von montags bis donnerstags komplett zeitgleich zur MEDICA. Dadurch gewinnen die COMPAMED-Aussteller ein wertvolles Plus an Zeit für den intensiven Austausch mit ihren Kunden bzw. potenziellen Auftraggebern aus der Medizintechnik-Industrie zu aktuellen oder neuen Projekten.

Der Besuch beider Veranstaltungen ist wie in den Vorjahren mit nur einem Ticket möglich.

Laufzeit der COMPAMED 2016 + MEDICA 2016: 14. bis 17. November

Öffnungszeiten: 10:00 bis 18:30 Uhr

Düsseldorf im August 2016