Stabiler Ersatz für Kiefer und andere Knochen

Ein Team um PD Doktor Peter Maurer (Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie) entwickelt neue Kunststoffe zum Ersatz von Kieferknochen. PD Doktor Christian Müller-Mai (Unfallchirurgie) ist beteiligt an einem Projekt unter Aachener Federführung, in dem abbaubare Implantate als Knochenersatz entwickelt werden. In dem Wettbewerb, den das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zum zwölften Mal ausgerufen hatte, werden 15 aus 137 Bewerbungen ausgewählte Projekte mit insgesamt 9,1 Mio. Euro gefördert.

Unterkieferknochen sind äußerst stabil und gleichzeitig flexibel gelagert. Durch Verletzungen, Entzündungen oder Krebs kann der knöcherne Bogen jedoch beschädigt oder unterbrochen werden. Um die volle Belastungsfähigkeit beim Kauen, Sprechen oder Schlucken wieder herzustellen, müssen diese Defekte operativ mit speziellen Plattensystemen überbrückt werden. Doch bisherige Rekonstruktionsplatten sind anfällig für Brüche und Lockerungen. Maurer vom Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum entwickelt gemeinsam mit Materialwissenschaftlern und Ingenieuren eine neuartige Platte aus einem Kunststoff, der so fest und belastbar wie Titan, dabei aber genauso flexibel ist wie der menschliche Kieferknochen. Da der Kunststoff durch Wärme verformt werden kann, können die Ärzte die Rekonstruktionsplatte mit einer beheizbaren Biegevorrichtung während der Operation individuell an die Kiefergeometrie des Patienten anpassen. Das vermeidet erneute Operationen wegen Lockerung oder Bruch der Rekonstruktionsplatten.

COMPAMED.de; Quelle: Ruhr-Universität Bochum