Spinnen strecken ihr Kniegelenk mittels hydraulischem Druck

"These legs were made for walking..." unter diesem Titel läuft seit Kurzem ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördertes Forschungsprojekt im Zoologischen Institut am Universitätsplatz.

16.03.2016

 
Foto: Jens Runge hält 3D-Druck eines Spinnenknies in die Kamera

Jens Runge mit einem ersten 3D-gedruckten Spinnenknie. Im Hintergrund die komplette virtuelle 3D Rekonstruktion einer Spinne; ©privat

Gerade die von vielen mit Ekel betrachteten langen Beine der Spinnen sollen dabei genauer unter die Lupe, oder besser gesagt, unters Röntgenmikroskop genommen werden.

"Es ist schon verrückt", sagt der in dem Projekt angestellte Doktorand Jens Runge, "durch die Revolution in der Computer- und Mikroskopietechnik während des letzten Jahrzehnts können wir nun endlich selbst solche kleinen Strukturen wie Spinnenbeine dreidimensional visualisieren. Dabei bedienen sich die Forscher der neusten 3D-Technik aus der Kino- und Gamer-Sparte.

"Seit mehr als 400 Millionen Jahren leben Spinnentiere wie Weberknechte, Skorpione und Milben auf unserem Planeten und schon ihr gemeinsamer Vorfahre muss acht Beine gehabt haben", so Dr. Christian Wirkner, der Leiter des Projekts. "Wir wollen nun erstmalig unter Berücksichtigung sowohl des Außenskeletts als auch der Muskeln und Nerven die Evolution dieses Laufbeinapparates bei den Spinnen in seiner vollen Dreidimensionalität rekonstruieren.“

Wie kam es z. B. im Laufe dieser langen Zeitspanne zu so drastischen Transformationen, wie wir sie in den langen, dünnen Beinen der heute lebenden Weberknechte sehen? Des Weiteren soll auch die Besonderheit untersucht werden, dass Spinnen ihr Kniegelenk mittels hydraulischem Druck strecken, denn an solchen Lösungen der Natur sind selbstverständlich auch Techniker interessiert.

In den nächsten drei Jahren wird der am Institut für Biowissenschaften stehende Mikro-Computer-Tomograph nicht mehr ruhen; über zwanzig Vertreter aller Großgruppen der Spinnentiere sollen untersucht und bis auf das kleinste Detail dargestellt werden. Auch hier wird eine neue Technik zur Verbreitung der Daten genutzt: interaktive 3D-PDFs. Damit können die Wissenschaftler ihre Ergebnisse dreidimensional einer breiten Öffentlichkeit näher bringen.

COMPEAMED.de; Quelle: Universität Rostock

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