Spielend mit Wut, Trauer und Angst umgehen

"Magic Castle" ist ein psychotherapeutisches Computerspiel, das für die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung von acht bis zwölfjährigen Kindern eingesetzt werden kann. Lernt das Kind in der Therapie beispielsweise Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zu unterscheiden, so kann es diese Themen anschließend als elektronische Hausaufgabe wiederholen und besser einüben. "Sinn des Spieles ist es, den Therapeuten bei der Behandlung von Depression, Ängsten oder aggressivem Verhalten zu unterstützen", erklärt Veronika Brezinka, Psychologin und Psychotherapeutin am Zentrum für Kinder und Jugendpsychiatrie der Universität Zürich. Die Therapie ersetzen könne das Spiel jedoch nicht.

Entwickelt wurde das Computerspiel in Zusammenarbeit der Universität Zürich und der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich. Die Psychologiestudenten erarbeiteten gemeinsam mit Studenten des Studiengangs Interaction Design / Game Design das Konzept und den Prototyp psychotherapeutisch orientierter Computerspiele. "Magic Castle" liegt derzeit in englischer und deutscher Sprache vor und kann in weitere Sprachen übersetzt werden. Als hilfreich könnte sich dies in der Arbeit mit fremdsprachigen Kinder erweisen.

Noch steckt die Entwicklung von psychotherapeutischen Computerspielen allerdings in den Kinderschuhen, wie auch das Fach Game Design. Innerhalb des Game Design unterscheidet man den Bereich der Serious Games, unter die auch das neu entwickelte "Magic Castle" fällt. Serious Games sind "entertaining games with non-entertainment goals". In den USA werden bereits einige Serious Games im Gesundheitsbereich eingesetzt, wie Spiele für Kinder mit Diabetes, Asthma oder Krebs. Sie sollen so lernen, mit ihrer Krankheit besser umzugehen. "Magic Castle" ist jedoch das erste Computerspiel, das gezielt für den Einsatz in einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung entwickelt wurde

COMPAMED.de; Quelle: Universität Zürich