Schlaganfall: Spezieller Ultraschall zeigt bestmögliche Behandlung

24.10.2013

Die transösophageale Echokardiografie (TEE), eine spezielle Form der Ultraschalluntersuchung, kann bei jungen Menschen mit vermutetem Schlaganfall ohne dokumentiertes Vorhofflimmern in etwa 40 Prozent der Fälle eine potenzielle Quelle für eine Embolie nachweisen.

Damit kann in vielen Fällen mit medikamentösen oder operativen Eingriffen einem weiteren Schlaganfall vorgebeugt werden. Bei der TEE wird ein Endoskop mit einem eingebauten Schallkopf in die Speiseröhre eingeführt. Das Forscherteam um Dr. Denio Ridjab aus Bielefeld führte diese Studie durch, weil die Ursachen für Schlaganfälle bei jüngeren Menschen oft weniger klar sind als bei älteren, bei denen Vorhofflimmern und ein Thrombus im linken Vorhofohr eine wichtige Rolle spielen.

Patienten wurden in die Untersuchung eingeschlossen, wenn kardiales CT oder MRT Hinweise auf den kardioembolischen Ursprung des Schlaganfalls gaben: Blutgerinnsel, die sich im Herzen bilden, gelangen dann als Embolie in das Gehirn, wo sie Blutgefäße verschließen. Patienten mit bekanntem oder dokumentiertem Vorhofflimmern wurden von der Analyse ausgeschlossen, weil in ihrem Fall von einem Blutgerinnsel aus dem linken Vorhof ausgegangen und eine entsprechende Behandlung eingeleitet wurde.

Insgesamt wurde an 137 Patienten im Alter bis zu 55 Jahren ohne bekanntes Vorhofflimmern wegen eines vermutlich kardioembolischen akuten Schlaganfalls, basierend auf MRT- oder CT-Befunden, eine TEE durchgeführt. Bei 39,5 Prozent der Untersuchten fanden sich Auffälligkeiten der Vorhofscheidewand, außerdem zeigten sich Auffälligkeiten wie Bindegewebegeschwulste und angeborene Anomalien der Vorhöfe. In dieser Patientengruppe ohne Vorhofflimmern fand sich kein Thrombus aus dem linken Vorhof.

Als Konsequenz des TEE-Befundes wurde, je nachdem, interventionell ein Verschluss-System implantiert, eine orale Antikoagulation mit Acetylsalicylsäure („Aspirin“) oder Vitamin K-Antagonist durchgeführt, oder operativ korrigiert.

COMPAMED.de; Quelle: Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V.