Smarte Teile melden sich selbst an

Foto: Ein Rettungshubschrauber in der Luft

25 000 Einzelteile, über 3000 Schaufeln und jede dieser Schaufeln ist jahrelang einem Gasstrom ausgesetzt, der bei über 1700 Grad Celsius mit Überschallgeschwindigkeit aus der Brennkammer tritt: Moderne Flugzeugtriebwerke müssen viel aushalten. Der kleinste Materialfehler, Ermüdungsbruch oder Haarriss kann zur Katastrophe führen, wenn er nicht rechtzeitig erkannt wird.

Trotz regelmäßiger Wartungen kommt es immer wieder zu Zwischenfällen, weil ein Schaden übersehen wurde oder erst kurz nach der Wartung auftrat. Mit so genannten Smart Tags soll genau das zukünftig verhindert werden: die kleinen Speichermedien sind beispielsweise direkt an kritischen Flugzeugteilen angebracht und senden Informationen über den jeweiligen Zustand des Teils per Satellit an eine zentrale Datenbank.

27 Partner aus elf europäischen Ländern entwickeln dieses Wartungssystem im EU-Projekt SMMART -System for Mobile Maintenance and Accessible in Real Time. Ziel des Projekts ist es, ein System zu entwickeln, das verschiedenste Parameter von Helikopter-, Flugzeug- oder LKW-Teilen jederzeit für die Planung und Durchführung von Wartungsaktivitäten mobil zur Verfügung stellt.

Ein gutes Beispiel für den Einsatz des neuen Systems ist die Wartung von Hubschraubern, die sowohl von Krankenhäusern als auch zur Bergrettung oder Verkehrsüberwachung genutzt werden. In diesen Fällen ist die Laufzeit und Nutzung der Turbinen für Wartungsfirmen oft ein schwarzer Fleck auf der Landkarte. Mit den Smart Tags lassen sich zukünftig unnötig lange Standzeiten und Engpässe in der Wartung vermeiden.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO