Sicherer Einsatz von Nanopartikeln in der Diagnostik

Hier werden die Materialien beispielsweise verwendet, um Wirkstoffe punktgenau an den gewünschten Ort zu bringen und so die Nebenwirkungen von Medikamenten zu verringern. Dabei muss sichergestellt werden, dass die Nanopartikel nicht ihrerseits den menschlichen Organismus belasten. Dies gilt insbesondere dann, wenn Nanopartikel in der Diagnostik eingesetzt werden.

Genau diesem Feld widmet sich das neue Forschungsprojekt „NanoKon. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung innerhalb der Fördermaßnahme „NanoCare“ mit 2,2 Millionen Euro für drei Jahre gefördert. Die beteiligten neun Forschergruppen wollen Sicherheitsvorschriften und Tests für den Einsatz von Nanopartikel in der Medizin entwickeln. Dies soll am Beispiel von neuartigen Kontrastmitteln für Untersuchungen am Magen- und Darmtrakt erforscht werden. Der Vorteil des neuartigen Materials liegt darin, dass es die Abbildungen sowohl in der Röntgendiagnostik als auch in der Kernspintomografie verbessern kann. Für den Patienten bedeutet dies, dass er nur noch einmal ein solches Mittel einnehmen muss, wenn der Radiologe ihn untersucht. Im neuen Forschungsprojekt soll jetzt mit umfangreichen Untersuchungen die Sicherheit der Partikel bewertet werden. Besonders großen Wert legen die Forscher auf solche Tests, die die Auswirkungen nanoskaliger Kontrastmittel auf den Darmtrakt des Menschen systematisch erfassen und bewerten.

In „NanoKon“ wird erforscht, wie sich die winzigen Teilchen sowohl im ganzen Organismus als auch in einzelnen Zellen verhalten und ob sie dabei Schäden hervorrufen. Hochauflösende mikroskopische und tomografische Verfahren zeigen zum Beispiel, wie sich die Partikel im Körper und einzelnen Zellen verteilen. Biochemische Methoden geben darüber Auskunft, ob und wie einzelne Zellen auf die Anwesenheit der Partikel reagieren. Auf der Basis der so ermittelten Ergebnisse werden Computersimulationen erstellt, die zukünftig die Vorhersage von Wechselwirkungen zwischen Nanopartikeln und Zellen ermöglichen. Ein Ziel ist es, Kriterien zu definieren, mit denen generell bewertet werden kann, wie sich Nanopartikel auf den menschlichen Körper, insbesondere im Darmtrakt, auswirken. Dies soll zu einem die Sicherheit des neuen Kontrastmittels gewährleisten und zum anderen generell zu einem sicheren und verantwortungsvollen Einsatz von Nanopartikeln in der biomedizinischen Anwendung beitragen.


COMPAMED.de; Quelle: Universität des Saarlandes