Servicepotenziale noch nicht ausgeschöpft

Dem deutschen Maschinenbau droht starke Konkurrenz aus Asien. Die chinesischen Maschinenbauer holen technologisch auf und verbuchen wachsende Marktanteile. Umso wichtiger wird daher eine deutliche Differenzierung vom ausländischen Wettbewerb.

Neben der technologischen Unterscheidung bietet hierfür der Service Möglichkeiten. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "Servicestrategien im Maschinenbau 2006", die jetzt von einer Unternehmer-Beratung und dem Aachener Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT herausgegeben wurde.

Ein umfassendes Serviceangebot halten 60 Prozent der 76 befragten Top-Manager für ein wichtiges Kriterium für Wachstum im Kerngeschäft. Ihrer Ansicht nach wird das weltweite Servicegeschäft in den nächsten Jahren um zirka zwölf Prozent wachsen, am stärksten in Osteuropa und Asien. Zurzeit allerdings weisen die Geschäftsanteile im Service dort jeweils nur etwa zehn Prozent auf. In Deutschland hingegen erzielen die Unternehmen etwa 22 Prozent des Gesamtumsatzes.

"Gerade in den Wachstumsmärkten Osteuropa und Asien muss der deutsche Maschinenbau sein Servicegeschäft ausbauen - bevor es andere tun", warnt Dr. Guido Klenter, Partner bei Droege und Comp. und Leiter des Competence Centers Maschinen- und Anlagenbau.

"Nur wer die Anforderungen seiner Kunden kennt, kann sie auch genau erfüllen," erläutert Prof. Robert Schmitt, Mitglied des Direktoriums des Fraunhofer IPT. Aber zirka 40 Prozent der Befragten müssen zugeben, die Serviceanforderungen ihrer ausländischen Kunden gar nicht oder nur teilweise zu kennen. Mit einem für alle Märkte einheitlichen Standard-Servicepaket lassen sich allerdings keine Marktanteile gewinnen, das zeigt die Studie. Im ausländischen Servicegeschäft sind diejenigen Unternehmen am erfolgreichsten, die individuell auf die jeweiligen Zielmärkte zugeschnittene Leistungen anbieten.

COMPAMED.de; Quelle: Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT