Sensorsystem testet Wirkstoffe

Beteiligt sind 11 Partner aus 6 EU-Ländern, dabei eine Rostocker Forschergruppe des Landesforschungsschwerpunktes "Innovationsnetzwerk Biosystemtechnik". Ziel der gemeinsamen Forschung, so Teilprojektleiter Prof. Weiss vom Institut für Biowissenschaften der Universität Rostock, sei die Suche nach neuen Medikamenten, mit denen Patienten auch im letzten Krebsstadium Schmerzfreiheit ohne unangenehme Nebenwirkungen erreichen.

Das Projekt, das noch dieses Jahr starten wird, baut auf neuesten Erkenntnissen der neurobiologischen Forschung auf. So weiß man heute, dass die Rezeptor-Moleküle, über die die Schmerzwahrnehmung von den befallenen Organen zum Rückenmark und dann zum Gehirn geleitet wird, bei Entzündungen oder Tumorerkrankungen verändert sind. Die Blockade dieser veränderten Schmerzrezeptoren durch eine neue Klasse von "smart drugs" verspricht eine bessere Wirkung als der Einsatz von traditionellen Medikamenten mit nur einem Wirkort. Die neuen Medikamente greifen nicht nur spezifisch an den veränderten Rezeptoren an, sondern blockieren auch die Weiterleitung der Schmerzsignale an das Gehirn auf mehreren Ebenen zugleich.

Die neuen Wirkstoffe werden mit dem in Rostock entwickelten Sensorsystem NeuroSensorix getestet. Bei dieser Neurochip-Technik werden Netzwerke aus lebenden Nervenzellen auf einem Siliziumchip gezüchtet, der mit Ableitelektroden zur Messung der elektrischen Signale versehen ist. Werden Medikamente zugegeben, treten Veränderungen der elektrischen Kommunikation im Netzwerk auf, die in einem Computer ausgewertet werden und Aufschluss über die Wirkungsweise der Substanz geben.

COMPAMED.de; Quelle: BioCon Valley Initiative