Sensor zur Erfassung von Keimen in Liquor-Kathetern entwickelt

Foto: Sensor

Damit komme die Hochschule Niederrhein der Forderung der High-Tech-Strategie der Bundesregierung 2020 nach, Präventivforschung zu stärken, sagte Doktor Peter Klauth bei der internen Vorstellung des Projekts. Zugleich wies er auf die Relevanz der Forschungsergebnisse hin: „18.500 Menschen sterben jährlich in Europa an Katheter-Implikationen durch Verkeimung.“ Das seien zehn Prozent der Patienten, die mittels einer Katheter-Drainage therapiert werden.

Neurochirurgen der Beta-Klinik in Bonn und der Universitätsklinik Essen waren vor 12 Monaten an die Wissenschaftler des iNano-Instituts der Hochschule Niederrhein herangetreten. Ihnen schwebte ein einfaches Messsystem vor, das an die Katheterbeutel angeklickt werden soll. Die Masterstudierenden entwickelten daraufhin das Modell für ein solches Verfahren: einen immunomagnetisch optischen Biosensor zur Erfassung mikrobieller Kontaminationen in Liquor-Kathetern.

Für die Studierenden ging es bei dem Projekt zunächst darum, die Keime detektierbar zu machen. Das geschieht über Antikörper, die mit speziellen Farbstoffen des iNano markiert und mit einer Spritze in den Liquor gegeben werden. Dort binden sie sich an die Keime, falls diese vorhanden sind, und leuchten. Immunomagnetische Mikrokugeln (Beads) binden ebenfalls an die Bakterien. Die Beads mit markierten Bakterien werden dann magnetisch an eine spezielle Optik gezogen. Mittels eines Lasers werden die Bakterien auf diese Weise sichtbar gemacht und mit einem Photo-Detektor genau erfasst. Innerhalb weniger Mikrosekunden führt der Photo-Detektor Messungen durch und meldet diese über eine Netzwerkverbindung an die Zentrale der Intensivstation. Für das Krankenhauspersonal soll auf diese Weise auf einen Blick erkennbar sein, ob sich in einem Liquor-Katheter Keime befinden.

COMPAMED.de; Quelle: Hochschule Niederrhein