Schwerhörigkeit muss nicht sein

"Wo herkömmliche Hörgeräte nur geringe Wirkung zeigen oder aus medizinischen Gründen nicht verwendet werden können, erzielen wir mit innovativen, implantierbaren Hörhilfen gute Ergebnisse", erklärt Professor Peter Plinkert, Geschäftsführender Direktor der Universitäts-HNO-Klinik Heidelberg. Die Kosten für die Behandlung kann von den Krankenkassen übernommen werden.

Liegt die Ursache für Schwerhörigkeit oder Taubheit an defekten Hörsinneszellen im Innenohr, hilft eine spezielle Innenohrprothese: das Cochlea Implantat. Es stimuliert direkt den Hörnerv in der Hörschnecke (Cochlea). "Wird der Hörnerv elektrisch gereizt, entsteht ein Höreindruck im Gehirn", erklärt Plinkert. "Auf diese Weise können schwerhörige oder taube Patienten wieder hören lernen." Ein Sprachprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird, wandelt die Schallwellen in elektrische Signale um und sendet sie drahtlos durch die Haut an einen implantierten Empfänger, der mit dem Innenohr verbunden ist.

Voraussetzung für die Versorgung mit einem Cochlea Implantat sei, dass die Hörnerven und das Hörzentrum im Gehirn noch intakt sind. Leben die Betroffenen zu lange mit der Taubheit, bildet sich der Hörnerv zurück und das Implantat bleibt wirkungslos.

Eine neuartige Hörhilfe findet an der Heidelberger HNO-Klinik nun erstmalig Anwendung: Das Hörsystem DUET kombiniert die Technologie von Hörgerät und Cochlea-Implantat in einem Gerät. "Betroffenen mit leichtem bis mittlerem Tieftonhörverlust und starkem bis völligem Hochtonhörverlust konnten bisher weder Hörgeräte noch Cochlea- Implantate zufriedenstellend helfen", erklärt Plinkert.

Das neue System verstärkt die tiefen Frequenzen akustisch, während das Cochlea-Implantat die mittleren und hohen Frequenzbereiche elektrisch stimuliert. "Das Innenohr verarbeitet die akustischen und elektrischen Reize simultan. Dabei bleibt das noch vorhandene Hörvermögen erhalten", so der Experte.

COMPAMED.de; Quelle: Universitätsklinikum Heidelberg